Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 367
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DAS KAB IREN HEILIGTUM BEI THEBEN

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der der Hammerspuren und erkennt zugleich, dass um solche
Formen im Guss herzustellen eine Entwickelung der Technik
notwendig sein würde, zu welcher die Altertümlichkeit der
Formengebung in keinem Verhältniss steht.

Mit diesen beiden Stücken sind zu eieich die altertümlich-

O

sten Formen gegeben,welche sich finden. Die primitiven Tiere,
wie sie in Olympia 1 Vorkommen, einfach aus Blech ausge-
schnitten, oder aus geschnittenem Blech zusammengebogen,
finden sich im Kabirenheiligtum nicht.

An die gehämmerten Tiere schliesst sich eine Anzahl von
Bildungen an, die mir, obschon gegossen, doch im Stil von
jenen abhängig zu sein und zugleich der grossen Masse der
nicht mehr altertümlichen olympischen Tiere verwandt zu
sein scheinen, wenn auch Übereinstimmungen im Einzelnen
sich nicht zeigen.

Die Hauptmasse der Funde aus dem Kabirion zeigt aber
überhaupt einen viel entwickelteren Stil als die olympischen
Funde, und daher kommt es, dass die Anknüpfungspunkte an
Olympia, den einzigen Ort, wo in so grosser Anzahl Tiere

1 Durch die Freundlichkeit von Herrn Professor Furlwängler konnte ich
die für das Olympiawerk bestimmten Originalzeichnungen der Bronzen
benutzen, welche der geschickten Hand des Herrn Siegert verdankt werden.
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