Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 372
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DAS KABIRENHEILICtTUM BEI THEBEN

auf die dritte Seite veranlasst. Diesem strengen und sorgfäl-
tigen Typus sind mehrere andere Stiere, immer mit derselben
Rautengravirung versehen, recht verwandt; die Weihinschrift
liess diesen besonders zur Veröffentlichung geeignet scheinen,
denn die Vermutung, dass beide Stiere von derselben Person
geweiht seien.liegt nahe, und der Stil widerspricht dem nicht.

Doch auch der unter Nr. 3 abgebildete Stier trägt den
gleichen Namen. Er ist 0,075 lang, 0,045 hoch, von schön-
ster grüner Patina, an der rechten Hüfte verletzt. Er scheint,
nach der Unterfläche der Füsse zu urteilen, auf eine Basis
aufgelötet gewesen zu sein, wie die meisten anderen Bron-
zestiere.

Auf dem Tier seihst befindet sich die Inschrift:

Q[\itO Hf* 0 j pi/v'

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Der Annahme, dass wir auch hier denselben Weihenden zu
erkennen haben.scheint der Stil der Bronze zu widersprechen,
doch wenn man sich der oben gemachten Bemerkung erinnert,
und den ausgeprägten Kopf betrachtet.wie er doch nicht mehr
hochaltertümlich ist, sondern nur einem bereits entwickelten
Archaismus aigehören kann, so wird man nicht geneigt sein,
dieses Tier zeitlich von den anderen beiden weit zu trennen
und seine Plumpheit eben auf die geringere Qualität oder eine
schlechte Fabrik zurückführen. Die Inschriften wenigstens
scheinen durchaus keine Verschiedenheiten zu enthalten, wel-
che auf verschiedene Zeit deuten. Freilich ist Nr. 2, welche
auf dem feinsten Stiere steht, auch die sorgfältigste und zeigt
das grosse O, während auf Nr. 1 das o klein und unregelmäs-
sig gestellt ist. aber der Buchstabencharakter ist derselbe wie

O D
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