Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 377
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DAS KABIRENHEILIGTUM BEI THEBEN

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Bruch ein solches Auge übereinander dieselben Farbenstreifen
zeigt, wie in der Oberfläche. Die meisten dieser Perlen beste-
hen aus undurchsichtigem gelbem Glase mit blau und weis-
sen Augen, darnach sind sehr beliebt meergrüne Perlen mit
dunkelblau und weissen Augen, selten ist der Grund dun-
kelblau.

Nach Technik und Aussehn gehören zu diesen Perlen kleine
Köpfe aus buntem Glas, mit Ösen zum Aufhängen versehen.
Das beste Exemplar, 45mm hoch, besteht aus dunkelblauem
Glas, Gesicht, Ohren und Lippen sind aus opakem weissem
Glas aufgesetzt, während Haar, Bart und Augensterne blau
sind. Die anderen, kleineren Köpfe sind viel weniger sorgfäl-
tig geformt. Einer ist meergrün gefärbt mit gelben Augen-
brauen und Bart, mit dunkelblau und weissen Augen ; ein an-
derer ist dunkelblau und zeigt bei gleicher Färbung der Augen
rote Augenbrauen und Bart. Ein Hahn ähnlicher Technik ist
aus dem Kunsthandel in den Besitz der archäologischen Ge-
sellschaft gelangt. Sodann sind Reste grosser walzenförmiger
Perlen mit aufgesetzten bunten Knöpfen und eingesetzten Au-
^en da. Ähnliche Glaswaren sind an verschiedenen Orten
Griechenlands gefunden worden; zur Veranschaulichung ver-
waise ich vor allem auf den von Perrot, Histoire cle l’art III
Taf. 10 abgebildeten Schmuck aus Tharros, der mit den be-
sprochenen böotischen Glassachen wesensgleich scheint. Für
die Ansicht (Perrot S. 825), dass wir hierin ägyptische oder
phönikische, von der ägyptischen abhängige Manufaktur zu
erkennen haben, lässt sich noch der Fund eines kleinen 23min
hohen Figürchens aus sog. ägyptischem Porzellan anführen,
das ebenfalls zum Aufhängen eingerichtet ist. Auch von den
bekannten kleinen Glasgefässchen sind Reste gefunden.

PAUL WOLTERS.
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