Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 383
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DAS KABIRENHEILIGTUM BEI THEBEN

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wird. Ist nun aber die Z. 36 f. genannte Summe, welche Dä-
mon eingetrieben hat, nichts anderes als die im Tempel hin-
terlegte 7üapaxoctaG7)xy), so kann sie nur eben jenes Depositum
sein — und dann begriffe man nicht,wie der Wechsler es wei-
hen, noch wie ein Dritter es eintreiben konnte — oder aber
ein dem Kabiren gehöriges Depositum,welches bei Nikodamos
stand, von Puthion als Eigentum beansprucht und von Dä-
mon für den Gott gepfändet worden war. Diese Annahme
würde auf keine Schwierigkeiten stossen, wenn auch der
Rechtsstreit zwischen Puthion und dem Gotte sowie seine
Gründe dunkel bleiben.

Die Summe von 24 Dr. 5 Obolen 9 Chalkus bestätigt, dass
der böotische Obolos nicht in 8 Chalkus wie der attische zer-
fiel, was schon durch die orchomenische Inschrift Bull, de
corr. hell. IV S. 89 f. (Larfeld 23) festgestellt war, in wel-
cher sich sogar 11 Chalkus finden. Foucart nahm in Folge
dessen den Obolos zu 12 Chalkus an (vgl. übrigens C. I. G.
1690 und Böckh in der Erklärung zu dieser Inschrift gegen
Ende).

Z. 36. iv ouTo = in diesem (darunter). Zur Construction
vgl. Larfeld 16 Z. 49. Ist diese Auffassung richtig, so muss
sich in der aufgefübrten Summe ein goldener dvxovicTa? im
Gewichte eines Staters und dreier attischer Obolen befinden,
und es müsste dann das rätselhafte Wort eine bestimmte
Münze nicht attischen Fusses bezeichnen, welcher nach ihrer
Prägung oder aus anderen Gründen dieser Name zukam, oder
einen goldenen Gegenstand, welcher sich nebst dem Gelde in
der 7vapa5ca.T<x97)XY) befand.

Die Gewichtangabe in Z. 9 ist mit unsicherer, ungeübter
Hand zugefügt.

3.

N T O 2 O Y E N

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IAM IOY I2MHNI KETOY
T I MOKP ITOYAP I STIfiNO^
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