Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 415
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DAS KABIRENHEILIGTUM BEI THEBEN

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100.

V

Hi Miofro

Die Inschrift N°. 90, welche |=] hat, ist auch dadurch cha-
rakteristisch, dass sie das vierstrichige Sigma in der alten
schmalen Form hat, wie es auch auf den Inschriften des Pto'ion
begegnet. Dieselbe findet sich, teilweise mit der Modification,
dass die Schenkel nicht in scharfen Winkeln an einander
stossen, sondern — etwa in der Weise der Inschrift 101—•
in einander übergehen, noch viermal (beispielsweise N°. 8 und

15).

101.

Ferner findet sich das vierstrichige Sigma einmal in links-
läufiger Stellung (5) in folgender Inschrift:

102.

Die gewöhnliche Form des Sigma auf unseren Inschriften
ist die dreistrichige, welche ich den kürzlich bekannt gewor-
denen Thatsachen gegenüber auch mit Rücksicht auf das böo-
tische Alphabet nicht anstehen möchte, für jünger als die
vierstrichige zu halten, welche als die phönikische Urform
notwendig die ursprüngliche in allen griechischen Alphabeten
gewesen sein muss. Die dreistrichige Form kann aber durch
Kürzung aus der vierstrichigen ebenso gut entstanden sein, als,
wie kürzlich G. Hirschfeld behauptet hat, aus der Form für
Zade M, und da kein griechisches Alphabet den S-Laut,
wenn nur einer vorhanden ist, in der Reihenfolge des Zade
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