Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 416
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DAS KABIRENHEILIGTUM BEI THEBEN

ordnet, so halte ich auch weiter an der Entstehung des 5 aus
S fest.

Das dreistrichige Sigma begegnet auf unseren Inschriften
in der Regel in der rechtsläufigen Form, in N°. 11 auch in
der linksläufigen (£), in N°. 83 finden sich beide Formen ne-
ben einander. Interessant ist es hier die Fülle der Übergänge
vom dreistrichigen Sigma zum ‘lateinischen’ S zu verfolgen.
Die erste Form ist die des dreistrichigen Sigma, dessen erster
und dritter Schenkel nicht parallel sind (<i). Diese Form fin-
det sich sechsmal (s. N°. 5.29. 35. 64). Hieran schliessen sich
diejenigen Formen, welche den oberen oder den unteren
Teil eckig, den anderen rund bilden; für die letztere Form
vgl. N°. 12 und 49, für die erstere sei hier die folgende In-
schrift angeführt.

103.

Ähnlich ist auch

104.

Auch Formen wie S finden sich im Ganzen neunmal
vVgl. N°. 9, 47, 53). Als Singularität sei noch das Gamma
< auf der Vase Athen. Mitth. XIII S. 422 erwähnt.

Was die Interpunktion betrifft, so lässt sich der Thatbestand
sehr wohl mit den in jüngster Zeit allgemein angenommenen
Lehrsätzen, wie sie namentlich R. Kaiser in einer berliner
Dissertation (De inscr. Graec. interpunctione) ausgespro-
chen hat, vereinbaren. Die Masse der Inschriften hat keine
Interpunktion. Wo diese vorkommt, ist entweder der Doppel-
punkt oder der dreifache Punkt und zwar zeitlich unter-
schiedslos gebraucht. Nur ist zu erwähnen, dass wohl im Zu-
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