Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 419
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DAS KABIRENHEILICtTUM BEI THEBEN

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welche einmal vorkommt, zu erwähnen. Der Unterschied
ist nur graphisch, und da die letztgenannte Inschrift auch dem
Buchstabencharakter nach jünger erscheint, so dürfen wir
annehmen, dass hier schon die neue Orthographie eingedrun-
gen war. Epsilon bedeutet im Böotischen ausschliesslich s
oder ei, niemals n, dessen Laut erst in Folge der Beception
des jonischen Alphabets durch H, früher ausschliesslich durch
oa ausgedrückt wurde (Yergl. Meister, Griech. Dialekte I S.
276). Böhl thut daher Unrecht r,pl zu transscribiren. Die jün-
gere Schreibung zeigt vielleicht auch eine Inschrift, die den
Namen KupiX7si(<;) aufweist.

Die Sigmagemination Hiacy.svia<; hat nichts Auffallendes.
Fraglich konnte sein, ob das wiederholt vorkommende TipXXo
als Männername mit Schwund des Sigma, oder als Frauen-
name auf (o zu verstehen sei. Als Beispiel schleuderischer
und fehlerhafter Schrift sei schliesslich noch folgende Inschrift
angeführt:

110.

Ein überschüssiges Rho findet sich noch in N°. 8, welche
von demselben Dedikanten wie die vermutlich gleichfalls feh-
lerhafte Aufschrift N°. 83 herrührt.

Was die Anzahl der Dedikationen an den Knaben im Ge-
gensatz zu denen an den Ivabiren betrifft, so stehen 26 Weihun-
gen an ersteren der grossen Masse der anderen gegenüber, ein
Verhältniss, welches auch dem hei den Bronzeinschriften fest-
gestellten Procentsatz entspricht. Von den Dedikanten sind
zwei als Männer, zwei als Frauen erkennbar.

E. SZANTO.

ATHEN. MITTHEILUNGEN XV-

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