Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 444
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MISCELLEN

nach Tliorikos verlegen will, durch P. Kastromenos und N.
Politis. —Nr. 45. 46. Im Piräus sind bei dem Bau der Laris-
sabahn viele, aber ärmliche Gräber sowie zahlreiche Grabsteine
gefunden.

O

F u n d e.

Athen. Die Ausgrabungen an der römischen Agora,
über welche oben S. 344 berichtet wurde, sind ununterbro-
chen weitergeführt worden. Man hat den modernen Weg, wel-
cher zwischen der Ausgrabungsstätte und dem Turm der
Winde lag, jetzt ganz abgegraben. Nur die Stützmauer die-
ses W eges trennt noch die beiden Bauwerke. Das im vori-
gen Bericht erwähnte Propyläon, das östliche Eingangsthor
der Agora, ist vollkommen freigelegt, nachdem auch östlich
von den drei Thoren vier mächtige Säulen gefunden sind, de-
ren Basen und unterste Trommeln noch an ihren alten Stellen
stehen. Zwischen diese Säulen sind in spätrömischer Zeit
mehrere Stufen eingebaut worden, auf welchen man zu dem
südlich vom Windeturm gelegenen Gebäude hinaufsteigen
konnte.

Bekanntlich ist von der alten griechischen Agora, an
welcher die Königshalle, das Buleuterion, das Metroon, der
Tempel des Apollo Patroos und andere wichtige Gebäude
standen, bisher noch kein einziges Bauwerk gefunden worden.
Man weiss daher noch nicht einmal genau, an welcher Stelle
der modernen Stadt der alte Markt gelegen hat. Diese Unge-
wissheit ist auch der Grund dafür, dass bisher noch keine
grösseren Grabungen zur Auffindung desselben gemacht wor-
den sind. Es ist jetzt Aussicht vorhanden, dass diese, man
darf wohl sagen wichtigste Frage der athenischen Topogra-
phie definitiv gelöst wird.

Die Eisenbahn, welche Athen mit dem Piräus verbindet
und jetzt bei dem Bahnhofe nördlich vom Theseion endigt,
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