Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 15.1890

Seite: 445
DOI Heft: 10.11588/diglit.29171.41
DOI Artikel: 10.11588/diglit.29171.49
DOI Seite: 10.11588/diglit.29171#0455
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1890/0455
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
MISCELLEN

445

soll quer durch die Stadt bis zum Eintrachts-Platz weiterge-
führt werden. In einem offenen Einschnitt, dessen Sohle tief
unter dem jetzigen Boden liegt, wird sie vom alten Bahnhof
zum Nordende der Attalos-Stoa und zum Kloster der Panagia
und weiter in einem Tunnel unter der Athena - Strasse bis zum
Dimarchion führen. Die in der Linie der Eisenbahn stehenden
modernen Häuser sind schon abgebrochen, mit der Ausschach-
tung soll jetzt begonnen werden.

Da hierbei der zwischen dem Theseion und der Attalos-
Stoa liegende Stadtteil etwa 4m tief durchschnitten wird, so
darf man auf zahlreiche Funde von antiken Bauwerken und
anderen Altertümern rechnen. Auch die antike Strasse, welche
vom Dipylon zum alten Markte führte und auf beiden Seiten
mit Säulenhallen eingefasst war, muss von dem Eisenbahn-
graben geschnitten werden. Wenn nun von dieser Strasse
noch etwras erhalten ist, so wird es in dem Graben zu Tage
treten. Aus der Lage und Richtung der Strasse wird man
dann mit Sicherheit auf die Lage des alten Marktes schliessen
dürfen. Es ist nicht unmöglich, dass die Eisenbahn sogar
selbst schon den nördlichsten Teil des Marktes schneidet. Ist
aber einmal ein Teil des alten Marktes oder auch nur der
Hauptweg zu ihm gefunden, so wird auch die Freilegung die-
ses wichtigsten Teiles der alten Stadt nicht mehr lange auf
sich warten lassen. [W. D.]

Dezember 1890.
loading ...