Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 32
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ses Übergangsstiles als etwas Charakteristisches erscheint.
Dazu kommt häufig das Loch an der Schulter, das sich auf
den mykenischen Bügelkannen nicht findet.

Der Thon der Salamisvasen ist in der Regel schlechter
als der mykenische, erdig und nicht so gut gebrannt. Auch
der Firnis ist schlechter. An ein paar Gefässen lässt sich
allerdings ein mykenischer' Firnis constatieren, aber an den
meisten ist er schwarzbraun und stumpf, an einigen blei-
glanzartig. Derselbe stumpfe Firnis lässt sich auch an ande-
ren Orten beobachten, z. B. auf den unten zu beschreibenden
Bügelkannen von Athen und Nauplia, sowie auf den kreti-
schen Gefässen, welche den Übergang vom spätmykenischen
zum geometrischen Stil vertreten.

Die Decoration der Salamisvasen ist in der Regel
sehr einfach. Abgesehen von den horizontalen, breiteren und
schmäleren Firnisstreifen am Bauche beschränkt sie sich auf
den oberen Teil der Gefässe. Eine Ausnahme bildet die grosse
Bügelkanne Nr. 4 (Taf. V 5), deren Unterteil mit grossen Spi-
ralen verziert ist. Auf den Bügelkannen trägt die Bügelschei-
be mit ihrer knopfartigen Anschwellung entweder eine Spi-
rale oder concentrische Kreise, und die Bügelhenkel sind,
ebenso wie andere Gefässhenkel, mit kleinen Streifen ver-
sehen. Oftmals findet sich eine Schlinge um Bügelhalter und
Ausguss. Die Amphorisken zeigen eine Wellenlinie auf der
Brust zwischen den Henkeln, auf diesen Streifen oder Tupfen.

Die Decorationsmotive sind nicht besonders mannigfal-
tig. In vereinzelten Fällen werden schlechte Spiralen ver-
wendet, sonst concentrische Kreise und Halbkreise, Dreiecke
(schraffiert oder mit Firnis gefüllt), Wellenlinien, Punktrei-
hen und aneinander gereihte Stäbchen. Einmal (Mus. Nr. 3609,
Taf. V 1) finden wir ein Grätenmotiv und einmal einen Blüten-
kelch, wenn das auf der Bügelkanne Mus. 'Nr. 361 2 (Taf. VI 3)
dargestellte Ornament so zu deuten ist; einmal (auf der
Kanne mit kleeblattförmiger Mündung Nr. 3642) ist eine
Doppelschleife an der Brust angebracht worden.

In der Vorliebe, die Decoration auf die Brustfläche zu
beschränken, folgen die Verfertiger der Salamisvasen einem
allgemeinen Zug des vierten mykenischen Stiles. Häufig fin-
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