Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 35
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GRÄBERFUNDE AUS SALAMIS

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den Salamisvasen schon von Dragendorff, Theräische Grä-
ber 172 erkannt worden ist.

Eine überraschende Ähnlichkeit mit den salaminischen
Vasen zeigen zwei aus einem Grabe in der Nähe der athe-
nischen Akropolis stammende Kännchen im archäologi-
schen Institut der Universität Heidelberg, die hier mit Er-
laubnis des Herrn von Duhn erwähnt werden dürfen.

Unter den bayrischen Vasenfunden aus Orchomenos
habe ich im athenischen Nationalmuseum ein Kännchen mit
kleeblattförmiger Mündung und breiter flacher Basis notiert,
das den Salamisvasen in Technik und Decorationsweise sehr
nahe steht. Der Hals ist grösstenteils, Bauch und Henkel
ganz mit stumpfem, schwarzem Firnis überzogen; an der
Brust vier doppeltschraffierte Dreiecke.

Dragendorff hat (Theräische Gräber 172) die von Paton
bei Assarlik gefundenen Vasen (JHS. VIII 69. 74) den sala-
minischen mit Recht verglichen. Besonders die a. a. O. 74 ab-
gebildete Bügelkanne mit dem Knopf auf der Bügelscheibe,
den concentrischen Halbkreisen als Brustdecoration und den
horizontalen Streifen am Bauch und am Unterteil trägt
die Kennzeichen der salaminischen Bügelkannen.

Derselbe neue Stil erscheint auch an verschiedenen Orten
auf Kreta mit denselben charakteristischen Eigenschaften:
knopfartige Anschwellung der Bügelscheibe und Loch auf
der Schulter der Bügelkannen; stumpfer, bald pechschwar-
zer, bald bleiglanzartiger Firnis, dieselbe einfache Decora-
tionsweise mit Dreiecken, Punktreihen, Wellen- und Zick-
zacklinien, kleinen Streifen an den Henkeln, horizontalen
Bändern und Streifen. Die Kännchen haben, wie die salamini-
schen, öfters Ringfuss und nicht selten kleeblattförmige Mün-
dung. Exemplare dieser Vasengattung finden sich in Kur-
tes (Halbherr, Amer. Journ. Arch. 1901 Taf. 8), in den Grä-
bern von Knosos (Hogarth, BSA. VI 70), in den von Savig-
noni, Mon. antichi XIV 501 ff. veröffentlichten Funden aus
Kalyvia bei Phaistos, auf der Burg von Phaistos, in
Palaikastro und in dem ersten Grab von MoiAiava (Sav-
■öou5l5t]i;, ’Eqx agx- 1904, 21 ff.), wo die kleinere Bügelkanne,
trotzdem ihre Verzierungsweise nicht eigentlich 'geotne-
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