Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 89
DOI Heft: 10.11588/diglit.29170.4
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ZUR TOPOGRAPHIE DES AMPHIAREIONS BEI OROPOS 89

tov rrjs y8q)PQa<;. Das nötigt zu dem Schluss, dass der Lutron
eine ausgedehntere Anlage war; und zwar haben dann die
Räume, der geringen Breite des Tales entsprechend, wahr-
scheinlich nicht einen centralen Complex gebildet, sondern
in der SW-NO-Linie nebeneinander gelegen. Freilich ergibt
sich daraus noch nicht, ob die Brücke an der S- oder an der
O-Ecke zu suchen sei; an sich war es keinesfalls nötig, dass
der Canal an der O-Ecke seinen Anfang nahm; falls das Ge-
bäude etwa nach S. hin abgewässert war, konnte er zunächst
an dessen SO-Seite entlanggeführt werden, durch eine oder
mehrere kurze Leitungen mit den Bassins verbunden.

Dem so aus der Inschrift gewonnenen Ergebnis genügt
unter den bisher aufgedeckten Gebäuderesten in jeder Bezie-
hung ein Complex von Räumen, über den ich hier mit Herrn
Leonardos’ gütiger Erlaubnis nähere Angaben mache (vgl.
Leonardos’ kurze Anzeigen in den npaxtixa 1904, 27 und
1906, 83). Es kann sich für mich natürlich nur um eine Er-
läuterung der Inschrift handeln; ein Plan mit den genauen
Maassen sowie eine ausführliche Beschreibung muss Herrn
Leonardos Vorbehalten bleiben. Möge es dem unverdrosse-
nen Forscher recht bald vergönnt sein, uns diese Gaben zu
bieten; ich weiss, wie sehr es ihm selbst am Herzen liegt1.
— Die Anlage erstreckt sich südöstlich und östlich des gros-
sen TVltars (B auf dem Plan der npaxrix«) auf sehr viel tiefe-
rem Niveau als dieser über eine Länge von mehr als 24 m
(in der SW-NO-Linie). Die Tiefe wechselt; im NO., wo der
Bach etwas zurücktritt, scheint sie am grössten gewesen zu
sein (5-6 m). Dort springt auch die SO-Flucht entschieden
vor die der übrigen Räume vor. Die auf dem Plan verzeich-
nete Quelle (ITi]yb) liegt dicht an der S-Eeke; das Bachbett
ist von dieser Ecke etwa 1 2 m entfernt. — Der Quelle zunächst,
vom Altar durch den schmalen Zwischenraum von 1 m ge-
trennt, liegt ein rechteckiger Raum (a), dessen lichte Weite
in der Längsachse 4,20, in der Tiefenachse 3,10 m beträgt.
Seine Mauern sind 50-60 cm stark und sorgfältig aus Qua-

1 Den hiei folgenden Angaben liegen teils vorläufige Handskizzen von
Herrn Leonardos, teils eigene Notizen zu Grunde.
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