Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 95
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ZUR TOPOGRAPHIE DES AMPHIAREIONS BEI OROPOS 95

apy. 1890, 74), im Durchschnitt 1 m, ein vertieftes Bett für die
Thonleitung und die Decksteine nicht gerechnet. Ein Boden-
belag ist nicht festgestellt worden. Müssen wir also jene
Identification aufgeben, so steht dem als reicher Ersatz der
Nachweis eines Badehauses guter griechischer Zeit gegenü-
ber, wie wir noch keins kannten. Auch ist ja zu hoffen, dass
noch einmal eine kleine Grabung und Untersuchung erwei-
sen werde, dass Dittenbergers Anmerkung (Syll.2 542 4): Hic
canalis etiamnunc exstat, die wir vorläufig mit einem Frage-
zeichen versehen müssen, doch zu Recht besteht.

Einzelheiten zu der Inschrift.

Z. 4 gei. Dittenberger nimmt offenbar daran Anstoss, von
einer yapdöpa zu sagen, sie "fliesse’. Aber Pol. X 30,2 ist von
einer y. ysipdpQO'ug die Rede, und Eur. Tr. 448 f. lesen wir:
(pdpayysi; üöati ygipappcp peonaai. Und während qsT der Sach-
lage durchaus angemessen ist, lässt sich überdies gegen das
von Dittenberger eingesetzte [vjei ein entscheidender stilisti-
scher Einwand erheben. Es ist nicht möglich, dass die In-
schrift, um ein und dasselbe zu sagen, zuerst einfach Bei,
danach aber die umständliche Wendung: otav ygipd^gi 6 üsög
gebraucht hätte; höchstens die umgekehrte Reihenfolge Hes-
se man sich gefallen, wenn dann nicht der eine oder andere
Ausdruck überhaupt überflüssig wäre.

Z. 5. 6 üeog. Uber den Gebrauch von 6 f)sö<; für Zeus s.
Preller-Robert, Griech. Myth. I4 S. 1 09 4, wo auf Welcher,
Griech. Götterlehre I 180 und Lehrs, Pop. Aufsätze 2 148 ver-
wiesen wird.

Z. 5 f. oystöc; Uüivoq xpvjtTÖg. Wie die Etymologie ver-
langt, und die unterscheidenden Adiectiva bestätigen, bedeu-
tet dystog nichts weiter als "Canal’. Entsprechend heisst bei
Herodot. II 99: tov jtotapöv öyststioai to psaov tcüv ouqscdv pssiv
Ulen Strom canalisieren’, "regulieren3, und bei Beschreibung
der Wasserleitung des Eupalinos III 60 steht: olXo öppypa-,
öi’ ov tö üöcop öysTSuöpsvov öia acoA.r)VG)v juxpayivstcu xth (die
aaAfjvgi; sind oben offene Krempziegel). Die Verwendung von
Holz zur Construction von öystoi verrechnet die eleusinische
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