Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 117
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PHRATERN-VERBÄNDE AUF EINEM HYPOTHEKENSTEIN 1 1 7

ten; diese beiden Kategorien werden vermutlich den unter-
geordneten Verbänden innerhalb der attischen Phratrien, den
yevT] und den ■drauoi entsprechen (G. de Sanctis, a. a, O. 66;
F. Poland, a. a. O. 7, 2). Ähnliche Gliederungen bestanden viel-
leicht in Byzantion; für dieses bezeugt die pseudo-aristoteli-
sche Ökonomik II 3 (p. 1346 b) ta re {haacotixa xai ta JtatQico-
•uxa, d. h. Grundstücke der ■öfaaoi und der xcxTQai, welch letz-
tere hier im eigentlichen Sinne als "Geschlechter’ zu fassen
sind (Dikaiarchos bei Stepli. Byz. I p. 511,17 ff. M.).

Die Vermögensfähigkeit der attischen Geschlechter war
uns schon anderweitig bekannt; wir wissen, dass es in späte-
rer Zeit einen besonderen rapiac; tov yevou? gab1. Auf den Hypo-
thekensteinen begegnete bisher allerdings ein yevog nur ein
einziges Mal als Pfandgläubiger, IG. II 1113: [oojcoi jtXsiovo?
a|i[ov], Ksxqojuöouc; (Phyle) [uxöjxeiTai xai Avx[opt]8aig (Genos)
xal cDApeüfai] (Demos)2 *. Dass auch die ■Olaaoi innerhalb der
Phratrien eigenes Vermögen haben konnten, hätte man wohl
nach der Analogie der Geschlechter einerseits, der Privat-
vereine andererseits vermuten können; unserer Urkunde ver-
danken wir den ersten positiven Beleg dafür.

Athen. A. von Premerstein.

1 So bei den Amynandriden: IG. III 1276; bei den Eumolpiden: IG.
III S. S. J. Toepffer, a. a. O. 22 f.; G. Gilbert, a. a. O. I2 234, 4; Schömann-
Lipsius, a. a. O. I 4 386. Mit dem Verkauf von Grundstücken des Geschlechts
werden sjupsAitcd beauftragt IG. II 785.

2 Dittenberger, Syll. II2 819; Michel Nr. 1366; Inscr. jurid. gr. I 108

Nr. 10. Dazu E Szanto, Rhein. Mus. XL 1 885, 51 5 ff.; W. Larfeld, Hand-

buch der gr. Epigr. II 188; Inscr. jurid. I 1 30 f. Über die AmcopiSca auch
J. Toepffer, a. a. O. 208 ff. 223.
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