Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 128
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G. RODENWALDT

bekanntlich schon im vierten Jahrhundert1, von dessen Mitte
ab sie auch literarisch für Tafelgemälde bezeugt sind (seit
Antiphilos, Plin. N.H. XXXV 138). Auf mehreren unserer Ste-
len— von der im gleichen violetten Tone gehaltenen Archi-
tektur des Wöchnerinnenbildes abgesehen—ist durch beson-
dere Einzelheiten die Auffassung als Wand gesichert: 53
durch eine Tür, 115 und wohl auch 22 2 durch ein Fenster, 28
(’Eqp. apx- Taf. 4, 2) durch eine verschiedene Färbung der bei-
den Hälften 3. Endlich haben wir auf zwei aus der Reihe der
anderen dadurch herausfallenden Bildern (45 und 58) eine rei-
che gemalte Innenarchitektur. Es ist zu bedauern, dass ge-
rade von diesen beiden Stelen nur die oberen Stücke vor-
handen sind. Die nächsten Analogien haben diese beiden
Architekturen, die ich ohne Abbildungen nicht genau bespre-
chen kann, auf den vier berühmten Bildern von Portici (Hel-
big 1 389 b, 1435, 1460, 1462) 4 5; besonders 58 erinnert mit sei-
nen schrägen Wänden an das Zimmer auf dem Bilde der
'Schmückung zum Festzuge35. Die Reste von Köpfen, die
auf beiden Bildern noch gerade vorhanden sind, scheinen zu
zeigen, dass das Verhältnis der Figuren zur Fläche kaum
anders war als auf den Stelen mit einfachem, geradflächigem
Hintergründe.

Wesentlich verschieden ist es auf dem dritten Bilde, das
eine ausführlich dargestellte Architektur enthält, der Stele

1 Vgl. Amelung, Röm. Mitt. IX 1894, 66 ff. XV 1901, 258 ff.; Pfuhl,
Arch. Jahrb. XX 1905 124 f.

2 Links ein Rechteck mit blauen und roten Farbresten. Darunter scheint
die Farbe in einem horizontalen Streifen abgesprungen, als ob eine Leiste
gemalt war, wie unter dem Fenster 115 und bei den Querwänden auf Stele
1. Der Kopf der kleinen Dienerin könnte noch darunter sein, die roten
Reste von einer hereinblickenden Figur wie 11 5 herrühren.

3 Fenster oder Querwand, die Arvanitopullos hier annimmt, sind un-
gewiss ; man müsste dann blaue Farbreste oder stärkere Farbenunter-
schiede erwarten.

4 Robert, Votivgem. eines Apobaten 6 hat sie als directe Copien griechi-
scher Tafelgemälde erkannt. Zur Datierung dieser Bilder in noch vorhelle-
nistische Zeit vgl. Br. Sauer, Strena Helbigiana 268; Bieber, Dresdener
Schauspielerrelief 56; Rodenwaldt, Comp. d. pomp. Wandgem. 122.

5 Helbig 1435, Herrmann-Bruckmann Taf. 3.
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