Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 158
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H. PRINZ

2. Terracottaidol aus der Capelle von Gurnia. Mrs. Boyd-
Hawes, Gournia PI. XI1. Aus einer cylindrischen Basis wächst
der Oberkörper einer wohl unbekleidet zu denkenden Göttin
hervor mit emporgehobenen Armen; der linke ist gebrochen,
um den rechten und den Körper windet sich eine Schlange.
Auf identische Idole lassen die unter Nr. 6 und 10 a. a. O. ab-
gebildeten Armfragmente, um die sich eine Schlange ringelt,
schliessen * 1. I. spätminoische Epoche 2.

3. Teile einer Terracottagruppe aus Palaikastro. Daw-
kins, BSA. X 21 7 Fig. 6. Die zusammengesetzte Gruppe ist ab-
gebildet bei A. Mosso, Escursioni 225 Fig. 124. In der Mitte
Göttin mit Schlange3, um sie herum auf einer Rundbasis
drei tanzende Frauen und Taube 4.

Typus IV. Göttin mit Löwen.

1. Siegelabdruck5 6 aus Knossos. Evans, BSA.VII 29 Fig.9Ö.
Auf einem Berg', an dem zwei Löwen emporsteigen, steht eine
weibliche Gottheit, ein Scepter oder einen Stab in der ausge-

ist nirgends sicher. Vgl. für die Haarbildung die Terracotten aus H. Triada,
Paribeni, Mon. ant. XIV 739 Fig. 37-39 (=Maraghiannis, Antiquites cre-
toises PI. XXVI Fig. 4-6). Damit ist aber auch die von Thiersch a. a. O.
vorgetragene Deutung der Berliner Bronze und der oben besprochenen
Figuren aus Knossos als 'Schlangenzauberinnen’, die von Ägypten her-
über gekommen seien, hinfällig. Vgl. hierzu Burrows, Discoveries 138.—Der
Gestus der Berliner Bronze ist der der Adoration.

1 Zu beachten ist, dass in der Capelle auch Tauben aus Thon gefunden
sind: Abb. a. a. O. Nr. 3 und 4.

2 So nach Williams bei Mrs. Boyd-Hawes, Gournia 47, weil dieser Teil
des Stadthügels nach der teilweisen Zerstörung in der ersten spätminoi-
scherx Epoche nicht wieder bewohnt gewesen ist.

3 So Dawkins; Mosso a. a. O. denkt an eine Leier, vgl. dazu auch Wil-
liams bei Mrs. Boyd-Hawes, Gournia 51. Soweit ich das Original in Erin-
nerung habe, ist diese Erklärung nicht erlaubt.

4 So vermutet Dawkins, a. a. O. 219, der die Taube Fig. 6 f, welche wie
die Frauen bemalt ist, dazu rechnet. Die übrigen Tauben, mit Ausnahme
von Fig. 6 b, sind uubemalt.

5 Es sind mehrere desselben T}rpus gefunden worden.

6 = Karo, a. a. O. 153 Fig. 37.
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