Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 184
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A. BRUECKNER

nung vom Anfangs- zum Zielpunkt gibt Cicero de finibus V
1,1 als eine allbekannte auf sex illa a Dipylo stadia an, Livius
XXXI 24 auf mille ferme passus. Das Gelände ist nach dem
Augenschein und nach der kartographischen Aufnahme das
ebenste rundum Athen. E. Curtius bestimmt die Neigung auf
der Strecke von 6 Stadien vom Dipylon nach dem Kephissos
zu auf 1 0 m (Stadtgeschichte 11 8).

Der Einrichtung der staatlichen Gräberstätte ist einer-
seits das Interesse der Pisistratiden an der Akademie voraus-
gegangen, andrerseits 479/8 Themistokles’ Bau der Stadt-
mauer. Von den Kriegergräbern, die Pausanias I 29 an dem
Wege noch namhaft macht, reicht in die vorpersische Zeit
allein das der Athener zurück, oi jtq'lv f| aipaieriaai töv MfjSov
8JtoAejj.ilaav jiqoc; AiYivrjxag (§ 7). Die regelmässige Bestattung
der in den athenischen Feldzügen Gefallenen beginnt hier
erst, wie oft ausgeführt, mit den Zeiten des delisch-attischen
Bundes. Man darf bis auf genauere Feststellung von der Vor-
aussetzung ausgehen, dass im Jahre 475, gleichzeitig mit
Kimons Überführung der Gebeine des Theseus aus Skyros
in das städtische Theseion, die Feier der Epitaphien im Kera-
meikos eingerichtet sei h In den Zeiten der Begründung müs-
sen, wie Wilamowitz annimmt, das Grab des Organisators der
athenischen Phylen, des Kleisthenes, und das der Tyrannen-
mörder angelegt sein; jenes wird von Pausanias an der Stadt-
seite der Kriegergrabstätte (§ 6), dieses an ihrem andern Ende
(§ 15), dem Eingänge der Akademie zu, erwähnt.

Vor dem Stadttor ist bisher eine gepflasterte Strecke, eine
0xi>Qoorf] 68og von 11 m Breite, im Boden nachgewiesen, auf
die Antonios Oikonomu 200 m vor dem Dipylon und in der
Flucht dieses Tores zwischen den 68. IIAaxcaöov und HaAajiivog
gestossen ist, als er im Aufträge der ’ApxaioAoyixf] 'ExaiQsia
1896 hier auf zwei Privatgrundstücken nachgraben liess.
Unter den Rändern der Pflasterung liefen zwei spät abge-

1 U. v. Wilamowitz, Aristoteles und Athen I 249. II 292; Griech. Tragö-
dien I 195; Ed. Meyer, Gesch. d. Altert. III 493 f. (vgl. zu der Einrichtung
der Leichenrede Forschungen II 219); A. Mommsen, Feste der Athener
289 ff.; E. Pfuhl, De Atheniensium pompis sacris 53.
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