Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 186
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A. BRUECKNER

anrückte. An dem freien Platze wird ausser dem jtepißoXog
der 5,Aqte|iic; ’Aqiott] xai KaMiorr], für dessen Lage in nächster
Nähe der Stadt ausser dem Texte des Pausanias die Auffin-
dung von Inschriften zeugt 1, auch der vaoq ov [reyag des Dio-
nysos gelegen haben, Heiligtümer, die Pausanias als die ein-
zigen auf dem Wege zur Akademie nennt, und zwar bevor
er von den Grabstätten redet. Dionysos, als Vater des Heros
Keramos, mochte über den grossen Töpfermessen walten, die
sich hier zu den Zeiten der Dionysien und bei anderen Festen
ausbreiten konnten und dem Platze den Namen gaben. Eben-
falls ist in diese Gegend das in Philostrats Bioi oocpurccov
p. 251 leider nur zu kurz erwähnte ßoiAeutfiQiov tööv Teyvircov
zu ziehen, dessen Lage von ihm genauer nagä xäq tob Keqcx-
peixou Kvlaq ou jtÖQQco ttov irtjteoov angegeben wird.

Andrerseits ist vor dem Eingang in die Akademie ein zwei-
ter Platz anzunehmen. Dort stand, jtqö rfjs eaoäon tfj? I? ’Axa-
Srjfxiav nach Pausanias, seit der Pisistratiden-Zeit der Altar des
Eros, an dem nach unverächtlicher Überlieferung die Epheben
gemäss der alten Bedeutung, welche dieser Gott bei ihrer
Einführung in den Waffendienst hatte, für ihren Lauf nach
der Stadt zu ihre Fackeln anzündeten (Plut. Sol. 1; Hermias
zu Plat. Phaedr. p. 231 E; vgl. Bethe, Die dorische Knaben-
liebe, Rhein. Mus. LXII 438 ff.). Mit ihm innerlich verbunden,
aber doch in einiger Entfernung, näher an die hier endigen-
den Kriegergräber gerückt, nahm das Grab des Harmodios
und Aristogeiton den Ehrenplatz ein; dort brachte der Pole-
march für diese und die Gesamtheit der heroisierten Krieger
in eine Grube das Opfer der Epitaphien dar1 2 * *. Eben dort
aber ist auch der gewiesene Ort, wo die Bürgerschaft die

1 Acl. Wilhelm, 5Eqpr|p. apyv. 1905, 215-220; vgl. 240 f. und Brueckner,
Friedhof am Eridanos 4 Abb. 1 und 55.

2 Die Nachweise bei Curtius, Stadtgeschichte XCVII; Judeich, Topo-

graphie 364. Ich vermute in dem 'Totenmahl5-Relief des Britischen Mu-
seum, A. H. Smith, Catalogue of sculpture I 712, abgeb. JHS. V 105 und

Roscher, Lexikon d. Mythol. I 2575, wegen der Liebkosung, in der der
Ältere mit dem Jüngeren dargestellt ist, eine Weihung an Harmodios und

Aristogeiton.
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