Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 191
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KER AMEI KOS - STUDIEN

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erhaltenen Verlustlisten (IG. I 433, vgl. 453, und Suppl. p. 108,
446 a). Diese werden nach den Phylen geschieden ohne An-
gabe, ob einer bei den Rittern oder den Hopliten gedient
hat; Trierarchen, Phylarchen und Plopliten verzeichnet mit-
samt ein Stein, vgl. IG. I 447 col. I 3. 42, III 59. Dement-
sprechend gibt Thukydides die Zahl der jeweils beigesetzten
Särge auf zehn an: ejteihd'v §g f| sxcpogd fj, XagraKac xiurapia-
chvag ayouaiv dpa|ai (l add. Gertz), cpiAfjg sxdatr]g puav eveau öe
td data y\g g'xaatog fjv qnArjg. So vereinigt auch das Relief über
der Verlustliste des Jahres 394, das auf Taf. XI/XII veröffent-
licht wird, den Kampf des Ritters und den des Hopliten b

2) Für die Sondergräber auf dem Schlachtfeld gefallener
Athener ergibt sich aus diesen Verhältnissen, dass sie, wofern
nicht besondere Umstände mitspielten, Kenotaphe gewesen
sind: also reicher ausgestattete Denkmäler, neben der allge-
meinen städtischen Grabstätte, für die grösserer Bildschmuck
nicht bezeugt ist, wie ein andres Kenotaph, das Heroon des
bei Korinth gefallenen Dexileos, im Bereiche der Grabstätte
seiner Familie noch an der alten Stelle, ausserhalb des Kera-
meikos, erhalten ist. Solche Sondergräber hat hier vorzugs-
weise die Ritterschaft ihren Kameraden errichtet. Derart sind
bei Pausanias erwähnt:

die Stele der im tanagräischen Feldzuge gefallenen Rit-
ter Melanopos und Makartatos § 6: 5,Eoti Se gjutgooüev toi)
pvrjpatog <xrr|br] paxopigvoug exovgu utjrglg- Mgbdvcojiög ocpicüv gern
xai Maxaptatog ovopata, ob? xatg^aßgv arcoflavslv gvavua Aaxg-
öaipovLoov xai Boicotcöv TEtay|iEVO'uc, s'vöa Tfj? ’Etaomag gtoi x©pag
ngog Tavaygaioug op»oi ....

und das Denkmal der i. J. 431 gefallenen Ritter, § 6 am
Ende: avihg öe eötiv ’AÜTp'aicov pvijpiata, (KbEia'ÖEvo'ug —) xai
iJtJTgüoiv djtoüavoijaiv, fpaxa ovvgjtgXdßovto oi ©saaa^oi tob xiv-
öbvo'u, womit er auf das von ihm kurz zuvor erwähnte Grab
der thessalischen Ritter verweist: xai QeooaXwv taepog eativ
ijtjiecov xata rcaXaiav cpiUav eXöövtcov, ote ovv ’AqxiS<V©
ngborcovvfiaioi jtqcotov eoeßaXov eg tf]v 3Attixt]v atgatia. Es

Über die Denkmalformen der Massengräber siehe S. 211 ff.
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