Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 193
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K ER AMEI KOS - STUDIEN

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Epigramm an der uns verlorenen Basis angab. Auch ist jetzt
aus dem Staatsdenkmal des gleichen Jahres (Taf. XI/XII)
nach der Breite der Tafel und der Gedrängtheit der Namen-
liste auf einen höheren Gesamtverlust der Reiterei als nur
ihrer zwölf zu schliessen, zumal auch der figürliche Schmuck
darüber neben dem Hopliten zwei Reiter darstellte.

Diese Denkmäler sind für uns Beispiele aus wenigen
Feldzügen von vielen und führen auf die Annahme einer
grossen Zahl von Sonderdenkmälern im Anschluss an das
örjpöaiov ofjpa. Ihre Art mag "der schönste und grösste aller
attischen Grabsteine, der Reiterkampf in Villa Albani3, veran-
schaulichen, den so schon Wilamowitz, Kydathen 85, in An-
spruch genommen hat (Conze 1153 T. 247).

Was nun ihr örtliches Verhältnis zum Polyandrion an-
geht, so bezeichnet Pausanias, nachdem er die Bestimmung
der Stätte für die im Kriege Gefallenen und als erstes Mas-
sengrab das für den thrakischen Feldzug angegeben hat, die
Stelle der Stele der Ritter Melanopos und Makartatos als
epjtQOöüev tou pvfjparog. Diese Stele stand also ausserhalb und
vor dem ÖTjpöaiov ofjpcx oder pvfjpa; denn der Ausdruck weist
auf den allgemeinen Satz, gewissermassen die Überschrift
des ganzen Abschnittes, zurück: gern de xal jraai pvfjpa Wür]-
vaioig ojtöooig xrL (vgl. unsre S. 189). Auch die Gräber, welche
Pausanias dieser Ritterstele unmittelbar anreiht, sind ihrer
Natur nach von dem Polyandrion auszuschliessen. Es sind
dies zunächst, durch xai an das vorerwähnte angeschlossen:
xal Qeooalcöv raepog eariv utjteoov— vgl. oben—xai TtÄrjaiov
to^otaig Kqi]oiv

aurhg de eotiv 3Aör)vaicov pvfjpaxa-

(a) KXeiGÜevoug <h xd. eg rag cprAag ai vuv xaffeaidaiv eupedp,
(ß) xai Ljutgüaiv dnoöavoüaiA', f|A'Lxa odveneraßcnao oi 0eo-
aaXoi toü xivSuvou.

Die inneren Beziehungen, welche das Grab des Kleisthenes
mit dem der Tyrannenmörder beim anderen Ende des Polyan-
drion und wieder das Grab der im J. 431 gefallenen thessa-
lischen Ritter mit den im gleichen Gefechte getöteten atheni-
schen hatte, wird man versucht sein, auch auf die Annahme
ihrer räumlichen Anordnung wirken zu lassen. Es ist erstens
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