Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 196
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A. BRUECKNER

Gräber § 7 und 8 jedes für sich und durch eine Anzahl ande-
rer getrennt an. Die Inschriftbrocken, die davon, kenntlich
durch das argivische Alphabet, erhalten sind, IG. I 441 a. b.,
Suppl. p. 107 c. d, p. 132 e, werden nach Boeckhs Vorgang-
allgemein soviel ich sehe auf die Kleonäer bezogen. Aber die
Auffassung, auf die sich Boeckh dafür stützte, dass das von
Pausanias erwähnte Argiver-Grab nicht auf die Schlacht bei
Tanagra zu beziehen sei, ist ebenso allgemein und gewiss mit
Recht aufgegeben worden, da Pausanias bei der Erwähnung
des Kleonäer-Grabes § 7 für den Anlass ihres Zuzuges auf
seine historische Erklärung' zum Grabe der Guppaxfjaavtec; jroxe
’Apyeioov § 8 verweist. Dann ist aber auch die Folgerung zu
ziehen, dass sich nicht entscheiden lässt, von welchem der
beiden Gräber die Bruchstücke herrühren. Auch sind die er-
haltenen fünf fälschlich zu einer Platte gezogen. Denn die
Nachprüfung der drei hier im Epigraphischen Museum auf-
bewahrten lehrt, dass sie zwar in Schriftgrösse und -Charak-
ter völlig gleich sind, aber von zwei verschiedenen Steinen
herrühren; denn IG. I 441 b hat eine Stärke von 0,155, wo-
mit sich Suppl. p. 132e vereinigen lässt, da die Platte dicker
als 0,14 war; aber Suppl. p. 107 c ist nur 0,105 dick und bie-
tet keinen Anhalt für eine an sich unwahrscheinliche An-
nahme so starker Verjüngung. Wer darauf bauen will, kann
den dickeren Stein den Argivern, den dünneren den min-
der beträchtlichen Kleonäern zuweisen. Jedenfalls stimmen
die Reste zu Pausanias’ Scheidung der beiden Gräber. Das
gleichzeitige Massengrab der Athener erwähnt dieser nicht.
Aber aus dem Menexenos 242 BC ist zu entnehmen, dass es
im Polyandrion nach der Stadt zu, d. i. dicht bei dem Grabe
vom thrakischen Feldzuge lag. Dort heisst es von den damals
gefallenen Athenern: Ouroi 8f] jtqcotoi peta rbv riepcuxöv
JtöXepov c,EAAt|giv fj(h] lutep rrjg EViMepiag ßopdowteg Jtpög "E?Ar|-
vctg—es ist vorher als Grund des Feldzuges angegeben der
Schutz der Freiheit der Boioter gegen die Lakedaimonier—äv-
öpeg dyaüoi ysvöpevoi xai sÄeuileQCüoav-ceg oig eßorjücnn', ev ta>8e
tü) pvfjpati Tiprpdsvreg ruib xfj<g tcoXewc, jtqöotoi eteüpGav.
cSie, die zuerst nach dem Perserkriege nun Hellenen in der
Verteidigung ihrer Freiheit gegen Hellenen halfen, erlangten,
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