Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 200
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A. BRUECKNER

zelgräbern verstehen, soweit sie nicht, wie die des Kleisthe-
nes und der Tyrannenmörder, vor dem Polyandrion quer Vor-
lagen, und das gleiche wird auch für manche der zu 2) und 3)
rechnenden offen bleiben. Aber das Polyandrion selbst wird
in ihrer Mitte für sich bestehen.

Die repräsentative Bedeutung der Anlage hat sie sicher-
lich über die Abmessungen einer gewöhnlichen Landstrasse
hinausgehoben. Dass Iju tov xaMdotou jtQoaoteion die Gefalle-
nen lagen, sagt Thukydides, und obwohl Cicero an die Grab-
mäler der römischen Landstrassen gewöhnt war, fielen ihm
hae amplitudines sepulcrorum auf, die Weiträumigkeit der
Gräberanlagen, quas in Ceramico videmus (de legg. II 64).
Dass er dabei den Kerameikos vor Augen gehabt hat, kann
nicht wohl bezweifelt werden.

Unsere These führt darauf, dass mit den Plätzen an
den beiden Enden, dem Polyandrion im langen Mittelraum,
den doppelten Bahnen zu seinen beiden Seiten für die Wege,
und den Aussenrändern für die Gräber der anderen be-
rühmten Athener das Ganze einer Rennbahn glich. Wie
steht es nun nach der Überlieferung mit der Art der Feste,
welche hier an den Gräbern der Gefallenen von der Bürger-
schaft gefeiert worden sind ?

2. Der ercitacpios aycov im fünften Jahrhundert.

Die unbezweifelte älteste Erwähnung des ejtitdcpioc; aycov
steht bei Aristoteles ’Aüqv. jtoAit. c. 58: 6 8s jtoXspapxos . . 8iati-
üqai 8’ aycöva tov sjutacpiov, xai tolg teteÄsatqxoatv ev rep a:oAspcp
xai cAß[io8icp xai ’AQiatoysLtovi evayiapata Jtoiei. Daran reihen
sich die Epheben - Inschriften aus der Zeit 1 23-—94 v. Chr.,
von denen aus Sauppes grundlegender Abhandlung über die
Epitaphia in der späteren Zeit Athens (Ausgew. Schriften
3 73 ff.) zum Belege der Ständigkeit und Art der Feier und
ihrer Angliederung an die Theseen citiert sei:

IG. II 471 (a. 123/2), Z. 22 über die Epheben: saoirjoavto
8e xai toR ejutaqnoig 8pö[po]v ev ojtÄotg tov xe ajio ton Jtokuav-
8peion xai tfong aWoog] ton? xaürj[xovTa]q xai djreSei^avto sv toR
oaÄoig toi5 te ©qasioic; xai ’Ejutacpiou;. Z. 77 über den Kosmeten:
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