Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

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KERAMEI KOS - STUDIEN

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[eitoirjoato 8e xal ta? aitoSeji^eic; autcov [tfj] ßouXf] ev re rote; 0rp
oelok; xal ’Ejutacp[i]oig xal tovg xadijxovtac; ÖQÖpovg oin'[eteÄ.eGe]v.

IG. II 470 (a. 107/6), ot eqprjßoi Z. 9 f.: eöpapov Se xal xi\v
Aapjtaöa t[oi?] ’EjtuaiploLg jiqo<; toag evoug (vorjährigen) eqpfj-
[ßjong, oh; xal e[vlx]oav. Vgl. Z. 27 f. ejtaiveaai Se xal bibaoxdlovq
antcov tov te jtaiSotQißrp' . . xal tov oaXopa/ov . . xal töv [dxojvti-
ö[tt)v . . xal tov to|6tt]v, und Z. 40 über den Kosmeten: eaofjoato
8e xal ton; djto8ei|eis autdiv ev te tolg ojcXois . .

IG. II 467 (a. 101/0) Z. 1 9 f.: oi ecpr]ßoi. . aoipodpevoi 8e
xal peAetr|v ev tolg ÖjAok; dateSei^avto tolg te 0r)oeloi? xal toi?
’EjutaqpiOL?. Ebenso 466 Z. 1 8, 468 Z. 1 2, 469 Z. 1 6.

IG. II 466 Z. 9 : xal tac 7.a|i,:rtd8a<; e'Spapov toi? te 0r]oeLotg
[xal ’Ejtitacpioig.

Sauppe kam — vor der Auffindung der aristotelischen
Schrift — zu dem Schlüsse, dass der jährliche Agon der Epi-
taphien erst ein späterer Zusatz zu der ursprünglich schlich-
teren Grabesfeier gewesen sei, etwa eine Nachwirkung des
seit Alexanders Zeiten verstärkten Heroenkultus; die älteren
Erwähnungen in den Leichenreden, die unter Lysias’, Platos
und Demosthenes’ Namen erhalten sind, erledigte er mit der
Vermutung späterer Entstehung. Seine Voraussetzung dabei
war, dass das städtische Leichenbegängnis und der ejutcupiog
ayoov am gleichen Tage stattgefunden; daher war der Aus-
gangspunkt seiner Beweisführung, dass bei der Feier, welche
Thukydides für das Jahr 431 beschreibt, zwischen dem Zug
zur Grabstätte, der Beisetzung, der Rede und der scliliesslichen
Aufforderung an die Hörer, nach einer letzten Klage heimzu-
gehen, schlechterdings keine Möglichkeit für die Abhaltung
von Wettkämpfen bleibt. Dem hat Wilamowitz den Hinweis
auf die Hiketiden des Euripides hinzugefügt, weil auch dort
bei der feierlichen Bestattung der Sieben gegen Theben, so
sehr das Muster des Begräbnisses im Kerameikos dabei einge-
halten, über Wettkämpfe an den Gräbern keine Andeutung
gemacht ist. Er urteilt (Aristoteles und Athen I 249): 'Die
Leichenopfer für die Tyrannenmörder und die andern vom
Vaterlande funere censorio Bestatteten und die Leichenrede1

Text Leichenspiele; emendavi.
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