Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 203
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KER AMEI KOS - STUDIEN

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1) Nat-Mus. 1979 1 abgebildet auf unserer Taf. VIII. Ein
Jüngling, noch in zartem Alter, aber von gut durchgebilde-
ter Muskulatur, läuft an einer mit Binden geschmückten Grab-
stele vorüber. Er hält in der vorgestreckten Rechten eine
dicke Fackel, auf deren Ende sein Blick gerichtet ist. In der
gesenkten Linken fasst er breit einen Diskos. Die Lippen
sind geschlossen, der Athem scheint nach der Zeichnung des
Leibes angehalten.

Ihre Erklärung erhält die Bewegung durch den Verlauf
der Lampadedromie. Wie Wecklein im Hermes VII 1 873, 439 ff.
und Foucart, Revue de Philologie XXIII 1 899,1 1 2 ff. dargelegt
haben, war es ein Staffettenlauf, wie er heute wieder auf den
Schulhöfen mit Fähnchen geübt wird. Die daran teilnahmen,
die Läufer jeder der zehn Phylen, waren auf der Strecke ver-
teilt; der Sieg der Phyle hing aber nicht allein von der Be-
hendigkeit ihrer Läufer ab, sondern davon, ob sie die Fackel
brennend an den Altar des Zieles brachten; vgl. das patmi-
sche Scholion zu Demosthenes BCH. I 1 877, 1 1: oi gqrqßoi,
aXeupdpevoi jmgd tob yr’pvaöiaQxou, xorca öiaSo'/fp' tpexovtsi; ijicTov
töv ßcopöv xai 6 7x,Q(hxoq atpac Ivixa xal f| tobtob cpukrp Deshalb

1 Stammt aus der Nekropole von Eretria, aus Ausgrabungen xoü B.
NooTQaxr) und N. T^ooxGl, über die im AeUuov 1889 kurz berichtet ist.
Beschreibung des Gefässes AsLuov des Jahres, 214, 7 ; Collignon et Couve,
Catalogue des vases peints Nr. 1703. H. 0,28. Die' Ornamente des gelblich
weissen Überzuges, Mäander und auf der Schulter ein System von drei
durch Doppelspiralen verbundenen Palmetten, sind in schwarzbräunlichem
Firnis, die Zeichnung des Bildfeldes nur in roter stumpfer Farbe ausge-
führt, die bei der Fackel — wie in dem folgenden Gefässe bei den Binden —
besonders kräftig aufgetragen ist. Hier und beim folgenden Gefässe ist an
der Rückseite in Höhe des unteren Bildrandes ein Loch in den weichen
Thon gebohrt, Dm. 5 mm; auch an unserer Nr. 3 scheint der weisse Fleck
an der entsprechenden Stelle der Vorderseite—siehe Abb. Taf. X unter der
rechten Fussspitze des Weichenden — auf die gleiche Vorrichtung zurück-
zugehen ; sie wird fürs Brennen notwendig gewesen und hinterher ver-
schmiert worden sein. Andre Auffassung des Bildes : AeAxnov a. a. O. ßouvcov
pexa xa^oug veaviag (ecpryßog) xöv Se|iöv xcöv jtoScov e'xcov eni xpg ßdaecog xrjg
0xf|A/r]g xai xöv olqloxsqöv ojuoüsv cbaei öiaaxeAWov — Collignon-Couve: pose
un pied sur un des degres d’une stele — 8iä xfjg XQOxexapA'rig 8e|iäg xpaxel
xoa'xov, C.C. : il tient un long et gros bäton (peut-etre une torche).
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