Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 205
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KERAMEIKOS - STUDIEN

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Unser Fackelläufer ist noch einer nach dem Herzen des
Aischylos und Aristophanes.

Bei der Knappheit und Überlegtheit der Darstellung
wird auch der Diskos in der anderen Hand des peipaxiov in
der Sitte begründet sein, obwohl sich ein weiterer Beleg und
eine genügende Erklärung so viel ich sehe bisher nicht ge-
ben lässt. Befördert er gegenüber der schweren Fackel beim
Laufen das Gleichgewicht und den Schwung, ähnlich den
Halteren beim Sprunge? oder, da mehrere Altersklassen der
Fackelläufer anzunehmen sind, wird er von den ayeveioi mit-
geführt, gewissermassen als Vorübung für den Lauf der Älte-
ren, die dabei den Schild am linken Arme getragen zu haben
scheinen, wie es noch ein Mosaik der Villa Albani (Gerhard,
Antike Bildwerke T. 63, 1; Daremberg et Saglio, a. a. O. Fig.
4332) darstellt?

2) Von diesem Gefässe nicht zu trennen ist Nat.-Mus.
1970 1, unsere Taf. IX. Die Form und Ausführung des Gefäs-
ses, die Composition und Zeichnung des Bildes stimmen so
sehr überein, dass man an der Herkunft der Gefässe aus der
gleichen Werkstatt nicht zweifeln kann. Da sie im selben
Gräberfelde gefunden sind, so ist es auch möglich, dass sie
aus demselben Grabe stammen, wie ja Lekythen sehr häufig
paarweis geschenkt worden sind. Sei es als Gegenstück, sei
es als Werk desselben Meisters, ist die Darstellung von je-
ner untrennbar und kommt deshalb für den Verlauf des exci-
rdcpioi; aycov in Betracht, wenn auch das Bild an und für sich
nicht notwendig gerade mit der öffentlichen Leichenfeier in
Beziehung zu setzen wäre. Im Grunde ist ja die Schmückung
der Grabmäler beim Stadtfeste selbstverständlich; dass sie

AsLlov 1 889, 1 37, 3 ; Collignon et Couve Nr. 1 702.
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