Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 210
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A. BRUECKNER

terzüge ein altes Herkommen, das von der Demokratie zu
Kimons Zeiten den neuen Verhältnissen angepasst worden
ist. Der Verlauf der Feier war den Theseen gleichartig, wie
sie die späteren Inschriften erkennen lassen; doch scheint
zur Blütezeit der Wehrkraft die Beteiligung an den Wett-
kämpfen, obwohl immer besondere Aufgabe der Jugend, nicht
auf diese beschränkt gewesen zu sein.

Was die Zeit der Epitaphien im Jahre angeht, so wage
ich nicht zu entscheiden, ob man sie mit Recht an die The-
seen im Pyanopsion angeschlossen hat. Ein bestimmter Kalen-
dertag war notwendig für sie festgesetzt. Anders aber ist es
für die Beisetzung der Gefallenen anzunehmen. Natürlich war
es, wenn andauernd an so vielen Orten wie in der Zeit der
ägyptischen Expedition und des peloponnesischen Krieges ge-
kämpft wurde, dass an einem Wintertage, wie Thukydides für
431 angibt, die Ernte die der Tod gehalten von der Bürger-
schaft in die heimische Erde geborgen wurde, und dass dann
der Redner bei der Feier und die Inschrift, welche die Gefal-
lenen ton anton evianton wie IG. I 433 verzeichneten, die Ge-
schehnisse und Verluste des Jahres zusammenfassten. Dass
aber für alle Zeiten die Bestattung von vornherein durch
Gesetz auf einen bestimmten Tag festgelegt wäre, ist — mit
A. Mommsen, Feste der Athener 299 — zu bezweifeln. Sie
musste sich den Ereignissen des Jahres anpassen, während
die Wettkämpfe ihren davon getrennt festgesetzten Tag hat-
ten. So löst sich der Widerspruch, der darin gesehen worden
ist, dass Thukydides von den Wettkämpfen bei der Beisetzung
nichts erwähnt.

Diese Vasenbilder sind aber auch geeignet, die Antwort
auf die Frage zu geben, die am Schlüsse des vorigen Capi-
tels aufgeworfen wurde. Fackellauf und Reiterzüge zu Ehren
der Verstorbenen forderten für die Anlage der Staatsgräber
die Grundform der Rennbahn. Denn der Ritus verlangte den
Rundlauf um das Polyandrion, wie noch Alexander seine Rei-
ter um den Grabhügel des Achill führt, Philostrat "Hpcoixog
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