Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 212
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A. BRUECKNER

Eridanos 6 ff. Ihm entspricht die Wiedergabe der Stelen in
den Bildern der gleichzeitigen Thonvasen z. B. unsere Taf.
VIII und IX und S. 209. Im selben Maasse wie neben dem
Denkmal des Pythagoras die Ehrenstele der kerkyräischen
Gesandten von 373 dem veränderten Zeitgeschmäcke in der
Anbringung von Profilen und eines friesartigen Bildfeldes
Rechnung trägt, ist die Milderung lapidarer Würde jetzt nach
dem Funde eines Restes vom Staatsdenkmal für 394 (Taf.
XI/XII) auch für die Kriegerdenkmäler zu erschliessen. Aber
der figürliche Schmuck blieb sparsam und typisch beschränkt
auf einen im Verhältnis zur glatten Inschriftfläche schmalen
Fries. Bei dieser Gebundenheit bietet eine Scheidung der
Typen von Grabmälern, die sich aus den Bruchstücken der
Verlustlisten gewinnen lassen, die Gewähr, dass sie für das,
was auf dieser Stätte überhaupt gestanden hat, einigermassen
verbindlich ist.

Ich benutze dabei die Sammlung, die jetzt von ordnen-
den Händen im Hofe des athenischen epigraphischen Mu-
seums übersichtlich vereinigt bequem sich untersuchen lässt.
Im ersten Bande der Österreichischen Jahreshefte (Beibl. S.
46) bemerkt Ad. Wilhelm dazu: 'die zahlreichen Bruchstücke
der Verlustlisten, durch unveröffentlichte noch zu vermehren,
verteilen sich auf verhältnismässig wenige grosse Denkmä-
ler, so dass der Versuch einer Beziehung auf bestimmte
Kriegsjahre und Schlachten nicht aussichtslos erscheint’.
Ohne darin vorgreifen zu wollen, gruppiere ich im Folgenden
die mir zugänglichen Reste nach ihrer äusseren Form, um
damit zugleich eine Ergänzung dessen zu liefern, was in
Conzes Attischen Grabreliefs über die Formen der atheni-
schen Grabsteine überhaupt zusammengestellt ist.

Zu scheiden sind 1) freistehende Stelen und 2) gerahmte
Platten.

1) a. Auf einem Stein in Stelenform vereinigt alle in
einem Jahre gefallenen Athener, ihrer 58, IG. I suppl. p. 108,
446 a, abgeb. bei Conze, Attische Grabreliefs T. 293 A, 1427.
Es ist das einzige vollständig erhaltene Denkmal dieser Art,
h. 1,67, br. 0,47-45. Die Stele schliesst mit der wagrechten,
ehedem mit einem Mäander bemalten Plinthe ab und trug
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