Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 234
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A. BRUECKNER

ter Nr. 1147-51. 1 153-54. 1 1 58-60 zusammengestellt; gleicher
Art schliessen sich aus anderen Landschaften das Relief des
Phokers Alkias aus Korinth AM. XI 1 886 T. 5. — auch der
wohl im korinthischen Kriege gefallen-—und die schönen
boiotischen Steine BCH. XXVI 1902 T. 7 u. 8 an. Ihre Ein-
heitlichkeit mit den Typen der Staatsdenkmäler liegt auf
der Hand: nirgends eine Andeutung der eignen Gefährdung;
der namenlose Ritter auf dem bekannten Relief der Villa
Albani (vgl. o. S. 193) und Dexileos von Thorikos im Grab-
bezirk seiner Familie erscheinen als Sieger, die dem Gegner
den Todesstoss versetzen; die Hopliten Lisas von Tegea,
Aristonautes von Halai, Alkias der Phoker und die anderen
stürmen hin übers Schlachtfeld, ohne dass ein Gegner neben
sie gestellt wäre, genau wie am Relief des potidaeischen
Denkmals neben dem Kämpferpaare die eine Gestalt beschrie-
ben ist: dexter ab bis aversus hastam vibrat ut pugnans. Es
sind eben Typen offenbar aus den Staatsdenkmälern wieder-
verwendet. Schwerlich in anderem Sinne als dort. Vielmehr
lässt die Art, wie das Relief des Dexileos über einem aus der
übrigen Familiengrabstätte abgetrennten und besonders ein-
gehegten arjxög aufgestellt war, nach dem, was wir über die
Formen des Heroenkultes wissen, keinen Zweifel daran, dass
sein Kenotaph als Heroon gedacht war; es ist das einzige
dieser Denkmäler, von welchem die Art der Aufstellung uns
bekannt ist.

Athen.

iVlfred Brueckner.
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