Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 236
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A. FRICKENHAUS

Jedenfalls ist die Beschreibung des Pausanias (X 8, 6) mit
dem Ausgrabungsbefund in Übereinstimmung gebracht, aber
darüber hinaus bleiben mehrere Fragen offen, und vor allem
lässt sich die Entwickelung des Heiligtums noch richtiger
erkennen als bisher geschehen ist. Der beigegebene Plan
Taf. XIII, der als erster durch verschiedene Farben die ein-
zelnen Bauperioden bezeichnet, dient als Grundlage für die
folgenden Bemerkungen h

Das südliche Hauptstück der älteren Ringmauer des
Heiligtums (rot) haben die französischen Ausgrabungen fast
ganz freigelegt; ihre Technik kann man als frühpolygonal
bezeichnen, sie ist nicht mehr kyklopisch und auch noch
nicht gut polygonal. Von diesem ältesten Ring ist auf der
Westseite nur ein kleines, sehr zerstörtes Stückchen erhalten,
das Keramopullos erkannt hat. Die gleiche Technik weist
aber die Mauer östlich des Porostempels auf, die als Ter-
rassenmauer für die über ihr liegenden zwei alten Tempel-
chen aus Bruchsteinmauern dient und an die vorne drei
Altäre angebaut sind (vgl. Taf. XIV rechts); an der Ecke, die

Ausser diesen sind am wichtigsten die Besprechungen von Robert, Pausa-
nias als Schriftsteller 277; Blümner, Berl. Philol. Woch. 1909, 924 (beide
ohne Autopsie); Keramopullos, '05t]yo<; 71 und [’Ecp. dqx- 1909, 263);
Karo, BCH. XXXIV 1910, 211. [Der während des Drucks erschienene
Schlussband III 2 von Hitzig-Blümners Pausanias behandelt auf S. 651-654
die Marmaria; zu Nachträgen ist kein Anlass].

1 Folgende Pläne liegen vor: 1) Replats Aufnahme bei Homolle X
1901 neben Seite 364 (schlecht wiederholt bei Poulsen T. 1 und 2). 2) Die-
selbe, aber etwas vollständiger, bei Robert 278 und mit eigenen Nachträgen
bei Keramopullos T. 2 (wiederholt bei Karo 213). 3) Der neue Plan auf
Tafel XIII beruht auf den genannten Aufnahmen, verwendet aber auch
eigene Beobachtungen. Vor allem werden hier sämtliche nicht sicher antike
Mauerteile weggelassen und der ursprüngliche Zustand der Monumente
wiedergegeben; wenn z. B. die NW-Ecke des grossen Porostempels jetzt
verschoben ist, so gibt das der Plan nicht an. Mehrere sicher zu ergänzende
Gebäudeteile (wie die Wände der beiden Athenatempel und die zerstörten
Teile der Bezirks- und Stützmauern) sind durch nicht ausgefüllte parallele
Linien bezeichnet. Weggelassen sind dagegen einige Einzelheiten (beson-
ders die Roste der Tempelfussböden), die ohne Autopsie leicht verwirren
können. Hoffentlich erhalten wir bald einen abschliessenden Plan, den nur
ein Architekt anfertigen kann.
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