Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 240
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A. FRICKENHAUS

sehen bekanntlich die aus der Zeit des Alkmäoniden-Tempels
stammenden Mauern des Apollon-Temenos aus. Weil nun der
mit der 'grünen3 * Mauer gleichzeitige Tempel aus dem Ende
des VI. Jahrh. stammt, so muss auch jene etwas jünger als
die Bauten der Alkmäoniden sein.

Warum ist nun damals der Athena-Bezirk so stark nach
Westen vergrössert worden? Vermutlich weil man hier noch
weitere Gebäude errichten wollte. Nun liegt z. T. unter dem
jüngeren Athena-Tempel ein Bau von zwei Kammern, der mit
dem Siidostbau des Aphaia-Tempels (Abb. 3) die grösste

Abb. 3. Bau in Ägina.

Ähnlichkeit zeigt und offenbar ähnlichen Zwecken diente* 1 *.

er von dem bei Diodor XI 14, 4 genannten Monument ausgeht; dieses lag
aber keineswegs in dem Bezirk, sondern jragd tö xf\q ÜQOvcuag 5Aür|väc;
tsQov, also ausserhalb. Nun haben die Delphier nach dem Epigramm (des-
sen zwei letzte Verse ebenso gefälscht sein werden wie die vieler 'sirno-
nideischer’ Epigramme) ihr Weihgeschenk Zavi /«Qi^ofievoi aufgestellt, und
ein Horosstein des Zeus Polieus ist wirklich vor dem Athenabezirk gefun-
den worden (unten S. 243 A. 1). Von Athena sagt das Gedicht selbst nichts]-

1 Vgl. Fiechter im Äginabuch I 98 mit Plan S. 92 (vgl. auch die Bei-
lage 5 zu Seite 155 und Band II T. 2). Der Aufbau der rechten Ecke (vgl-

Fiechters Reconstruction S. 99 Abb. 61) scheint gesichert, und Fiechter

gibt ausdrücklich zu, dass vielleicht auch die andere Ecke der Vorhalle ganz

geschlossen war. Eine solche symmetrische Anlage wird nun vollends durch
die delphische Analogie empfohlen. Stand vielleicht in der breiten Mittel-

öffnung ein Pfeiler, zu dem das dabei gefundene achteckige Capitell ge-
hören könnte ? Übrigens hat Fiechter zuletzt (Aegina I 488 Abb. 404) vor
der geschlossenen rechten Vorhallenwand, zu der er anscheinend keine
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