Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 260
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A. FRICKENHAUS

einst ein gewölbter Durchgang—wohl überhaupt der älteste
auf griechischem Boden datierte—durch die Mauer hindurch-
durchführte; er hat aber nicht gesehen, dass in ihm später
ein Brunnenhaus angelegt wurde. Dessen Rückwand aus
Mörtelwerk (vgl. den Grundriss Abb. 8) ist noch in ziemlicher

Abb. 8. Grundriss der Anlage Abb. 7.

Höhe erhalten; in dem verlorenen Oberteil ist der Wasser-
einfluss zu ergänzen. Von der Vorderwand steht nur noch der
unterste Teil, bestehend aus zwei Reihen von Porosquadern
(in Abb. 7 schraffiert); über ihnen erhob sich ein schmäleres
Mäuerchen oder richtiger wohl eine plattenförmige Schran-
ke, die durch noch vorhandene Löcher an den Pilastern des
Durchgangs befestigt war und deren Hinterfassade durch
den in den Ecken erhaltenen Stuck gesichert wird. Denn das
gesamte Bassin war auf allen Seiten mit Stuck verkleidet,
wie der Grundriss (Abb. 8) durch enge Schraffierung deutlich
macht. Ist schon dadurch die Deutung als Bassin gesichert,
so ist zu allem Überfluss auch noch der Wasserabfluss erhal-
ten; er führte durch die Vorderwand unterhalb der verlore-
nen Platten hindurch und mündete vermutlich in ein Loch,
das in dem Pflaster vor dem Durchgang sichtbar ist und mit
einer unterirdischen, unter der heiligen Strasse verlaufenden
Entwässerung Zusammenhängen wird h

' Anhangsweise sei noch erwähnt, dass aus dem gepflasterten Boden
des Brunnenhauses die Inschrift BCH. XXVI 1902, b gezogen wurde.
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