Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 298
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G. P. OIKONOMOS

gegnet auf einer Inschrift aus dem Ende des IV. Jahrhun-
derts, IG. II suppl. 773 b.

Der in Z. 1 3 erwähnte Aiopeöcov ist neu. Die bei Kirchner
PA aufgeführten Vertreter dieses Namens gehören verschie-
denen Zeiten an.

Z.14. Zu dem Sipog Aloöooqo'u vgl. den bei Kirchner, PA. I
S. 265, 3953 genannten AiööooQog 2ipou IIa.iaA'i£i)?, der dreimal
(in den Jahren 334/3, 325/4 und 323 v. Chr.) eine Trierarchie
übernahm, und dessen Vater der in unserer Inschrift erwähnte
Slpog zu sein scheint.

In Z. 1 5 ist £jt! ©Qaoäjion ergänzt worden nach Z. 24 der-
selben Columne und nach anderen Stellen der Inschrift, wo
das Wort vollständig (B 36. C 36. 43. R. 21. 29. 36. 43) vor-
kommt, oder mit Sicherheit (A 27. B 16. R 2. 4. 8. 15. 38)
oder mit Wahrscheinlichkeit (A 6. C 19. 24) ergänzt werden
kann. Der Name ist nicht neu; er begegnet auch auf der im
Britischen Museum befindlichen Inschrift IG. II 780, 5, wo
Boeckh (CIG. I S. 287) nach dem Vorgänge von C. O. Müller
EJti ©QctaüAAooi liest. Auch Hicks fasste später (Greek In-
scriptions in the British Museum I p. 100; ebenso Roberts
und Gardner, Introduction II (1905) Nr. 11 2, S. 312) die klare
Überlieferung des Steins als ein Versehen des Steinmetzen
auf, und führte in der Umschrift in den Text die Schrei-
bung ©QaaüAAcoL ein. Für die Form mit AA scheint aller-
dings auch die handschriftliche Überlieferung der Autoren
zu sprechen, bei denen das Wort (Demosth. XXXVII, c. Pan-
taen. § 25, p. 973, Aeschines c. Timarch. p.121 und Harpokra-
tion s. v. £rcl ©QotcnPJcp) übereinstimmend die Form mit X,
wenigstens nach dem Zeugnis der kritischen Ausgaben der
erwähnten Schriftsteller, bietet. Das neue inschriftliche Zeug-
nis ist aber, sowohl an sich wie in Verbindung mit dem
früheren, so unbestreitbar, dass wir unbedenklich die richtige
Schreibung auch in dem Text der genannten Schriftsteller
herstellen müssen. Die Entstehung dieser Verlesung, die pa-
läographisch sehr leicht ist, braucht nicht Wunder zu neh-
men; sie wurde überdies durch den sehr gewöhnlichen und
bekannten Namen ©QcmuMcx; unterstützt, von dem der un-
bekannte und den Abschreibern vielleicht unverständliche
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