Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 299
DOI Heft: 10.11588/diglit.29170.17
DOI Artikel: 10.11588/diglit.29170.20
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EINE NEUE BERGWERKSURKUNDE AUS ATHEN

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©pdaupog verdrängt wurde. Schon die Tatsache, dass eine
ganze Reihe scharfsinniger Epigraphiker, von denen die
einen das M ziemlich klar auf dem Stein sahen, die anderen
die Schreibung mit A dem Steine zum Trotz einführten,
einen solchen Irrtum begehen konnten, dürfte jedermann
überzeugen, wie nahe dieses Versehen den gewöhnlichen Ab-
schreibern liegen musste. Der Name an und für sich, der
hier zum ersten Male auftritt, ist meines Erachtens ganz
richtig durch Verkürzung von Namen wie ©pacrupaxog Qgaov-
pfjÖT}<; u. ä. gebildet1. Derartige Kurznamen sind in der grie-
chischen Sprache so häufig, dass ein genaueres Eingehen
auf diesen Gegenstand nicht lohnt (Bechtel-Fick, die griechi-
schen Personennamen). Dass es sich um ein Grabmal han-
delt, lehrt Harpokration gal S q aavlXco- Ai] po a ö evi] q sv
rrj JtQog Ilavtaivgtov Jtapaypacpfj cppai. To gal 0 p a-
o v X X cp ’Axtixöv g ü’ o q avti toü gal t cp ©Qaa'uAAou p v rj -
pari. Die andere Überlieferung bei Suidas fügt noch hinzu,
dass sich das Grabmal bei Maroneia röacp rfjg ’Attixfjg befand.
Maroneia wird gewöhnlich bei dem heutigen Kamariza an-
gesetzt (Ardaillon S. 140). Doch lässt auch unsere Inschrift
die Annahme zu, dass die Thrasymos-Örtlichkeit im Mittel-
punkt der Laureotike gelegen war: denn bei ihr führten zahl-
reiche Wege vorüber oder fanden dort blos ihren Abschluss
(B 16/17 sx ©oqixoü. B 36. C 19 aaö Aorupeou. C 26 e| ’AvarpAü-
atou (?) usw.). Vielleicht können wir sogar indirect feststellen,
dass sie zwischen Laurion, Thorikos und Anaphlystos lag,
wenn wir die Richtung der Wege combinieren. Wenn z. B.
das bei Laurion gelegene Hermaische Bergwerk die Strasse
von Thorikos nach Laurion (B 35) östlich und die von Lau-
rion nach Thrasymos westlich hat (B 36), so kann Thrasymos
nur nördlich von Laurion und westlich von Thorikos, d. h.
etwa an der Stelle des heutigen Kamariza liegen.

Wer dieser Thrasymos war, dem zu Ehren ein solch’ an-

1 Das auf dem Relief vom Parnes (’Erprpi. d(r/. 1905, 101) vorkommende
©gdauMog trage ich Bedenken hier zu verwerten, wegen des darauf folgen-
den KaMtadevLÖr)g statt KaAAioöeviÖT]g ; vgl. Wilhelm, Beiträge zur griech.
Inschriftenkunde 321.
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