Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 305
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EINE NEUE BERGWERKSURKUNDE AUS ATHEN

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terich, Rh. Mus. 1904, 226 ff. und Herwerden, Melanges Nicole
260). Es ist nicht gleichbedeutend mit s5dcpi], wie ich mit
Rücksicht auf die Gewohnheit strenger Genauigkeit im Aus-
druck bei den Alten sowohl sonst wie besonders in derarti-
gen officiellen Urkunden annehmen zu müssen glaube; viel-
mehr bedeutet es im Gegensatz zu jenem, wenn ich richtig
vermute, ein Stück Land, unter dessen Oberfläche kein im
Abbau befindliches Bergwerk lag.

Betreffs der in Z. 16 und anderen Stellen der Inschrift
auftretenden Aspiration des K vor © vgl. Meisterhans-Schwy-
zer, Grammatik 106; Nachmanson, Laute und Formen der
magnetischen Inschriften 97 ff.

Der in Z. 17/18 genannte Eüetioov A'uroxAeiöou 2q)fjTtio<;
ist als Antragsteller im J. 328/7 bekannt. Vgl. Wilhelm, Urk.
dram. Auff. 233; J. Sundwall, Nachträge zur Prosopographia
Attica 41.76.

Z. 19. ’Eju AaupAoi. Das Wort kommt in der Inschrift
häufig vor und ist stets mit E (=ei) geschrieben. Aus einer
anderen Inschrift ist nur ein Beispiel bekannt, aber auch
dieses ist nicht vollständig; denn auf dem Stein ist nur
AAYPE erhalten (IG. II 780, 21). Herwerden gibt in seinem
Lexicon mit einer gewissen Licenz an: semper per diph-
thongum scribitur in titulis. Unsere Inschrift, welche der
Mitte des IV. Jahrhunderts v. Chr., d. h. der Übergangszeit
angehört, in der die Orthographie noch schwankt, ist nicht
ohne Beispiele für dieses Schwanken. So z. B. Ei)8ÖTaov B 20,
Srjpdxetov B 22, aber auch Aoujpeov und Bapßiöeo? B 25. Ausser-
dem KaX)dov B21, KaDupd/cw B 40, ©eocpdou B 44 und andere;
daneben aber Ka/dapu^o: B 29, ’Apxeaüio: B 30 (s. unten). Natür-
lich wird der Diphthong da, wo er echt ist, auch auf unserer
Inschrift wie anderswo ganz geschrieben, z. B. AioxtaiSps
A 21, M^Siag B 12. 50, Nautox/U/Sou B 19, Taoiaxöv B 27,
npiuavetac; B 29, TipoxW'öric; C 32, Met^idSi'ic 42 (Meisterhans-
Schwyzer 36; Nachmanson 41, 1). Bemerkenswert ist jedoch,
dass in unserer Inschrift der Name Aaiipeiov hinsichtlich sei-
ner Orthographie keine Variation aufweist, sondern durch-
weg mit E geschrieben wird. Auch in IG. II 780, 21 können
wir nicht angeben, ob Aa'upeo'v oder Aaüpsiov geschrieben war.
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