Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 317
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EINE NEUE BERGWERKSURKUNDE AUS ATHEN 317

Form Bfjcrai im Plural. Es ist nicht wahrscheinlich, dass so-
wohl bei dem Adverb wie bei dem Ethnikon eine falsche
Analogiebildung, nämlich Bfjoatk nach Wö^va^e und Brjaateug
etwa nach ’Avctxaisuc stattgefunden habe, da sich doch beide,
wie gesagt, ganz regelmässig ohne Annahme einer Analogie-
bildung erklären lassen, und sich ausserdem eine Form Bt;-
oaeü<g oder auch B^aeug, wie sie nach dem Singular Bfjaa
regelrecht zu erwarten wäre, nicht gefunden hat (vgl. Pauly-
Wissowa V 51). Übrigens ist auch sonst noch der Plural in
dem bei Phigaleia gelegenen Bdaaai erhalten und durch He-
sych bezeugt s. v. Bfjaaai/ xAIpaxeg xoddai . . . xal xojxoi,

xqt][ivoi xai xd ßdaipa opry xai noXig (B 532) xal ßaaipoi xöxoi
ögeoov. Die Singularform des att. Demos Bfjaoa oder Bxja« hat
sich möglicherweise später entwickelt und die andere ver-
drängt. Brjaa im Singular liiess eine Stadt der Lokrer (Ilias B
532; Hesych) sowie eine andere in Ägypten (vgl. Pape-Ben-
seler s. v.), doch hiess der Einwohner der ersteren B^oaalog,
der letzteren Br|Gaexic;. Über der Namen überhaupt vgl. Gras-
berger, ebenda 207. Der Wechsel des doppelten und einfachen
g hat nichts zu bedeuten.

Z. 7. ’AQioToxeVnx; 3Ch|a«8ou. Der Name gehört zu

den ungewöhnlichen (vgl. Kirchner).

Z. 8. -xonXeovq 2huiabi,](xxioc). Aus Z. 14 ergibt sich für die
Ergänzung noch: -5yo? Expuxoxtabxx; Sujt. Der Betreffende
ist vielleicht identisch mit der IG. II suppl. 788 b 22 = Kirch-
ner II 1 2944 genannten Persönlichkeit aus etwa derselben Zeit.

Z. 11. -cpuTiuovcx; ist K>;](p«?uoö\'o<; zu ergänzen und mit IC.
’Aopuivaioc; (bei Sundwall, a. a. O. 109) zu identificieren.

Z. 13. Vielleicht ist zu ergänzen pexaMov ö ppyaofio.—

In Z. 15, am Schluss, ist der Name aus Z. 21 zu ©eööooQOi;
’OL M. ergänzt, der in der Prosopographie neu ist; wenig-
stens scheint er zu dem bei Kirchner I 446 aufgeführten
Stammbaum in keiner Beziehung zu stehen.

Z. 18. Die Ergänzung Aioxpiou ist nicht sicher; doch ist
nicht ganz unwahrscheinlich, dass Aiöxipoi; 6 Eucovuneik, von
dem wir weiter oben einen jxgQißtVcx; und ein epyaonüiov
kennen gelernt haben (B 14. 15), auch in Anaphlystos ein
8£>yaoxf|oiov besass.
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