Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 335
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DIE LAGE DES DEMOS LEUKONOE.

Hesiods 'Theogonie5 kennt V. 256 die Nereide rAauxovor);
so auch Apollodor aus Hesiod, nur dass in der Handschrift
A die Variante rÄ.omxoöör] erscheint. Schoemann, Opuscula II
167 übersetzt 'quae caerula freta moderatur5 unter Hinweis
auf die Nereide IVttijxr] V. 244, d. i. 'Caerula5. Schoemann
übersah, dass in y^auxög "funkelnd5 an sich nie der Begriff
'Meer5 steckt oder stecken kann, wenn auch in einem beson-
ders gearteten Zusammenhang bei Dichtern yÄcruxr], das Bei-
wort des Meeres Ilias XIV 34, in freier Weise wohl für Meer
gesetzt wird. Der Name rAauxovö[n] aber würde nach Analo-
gie von olxovöpcx; bedeuten 'die funkelndes verwaltet5. Das
versteht niemand. Es liegt also ein alter Fehler vor. Nun
habe ich (Oesterr. Jahresh. 1908, 23) eine Verderbung des
alten guten vöa 'Wasser, Quelle5 in vopd aufgezeigt. rXav-
xovör] 'funkelquellend5 wäre von einer Nereide, die ohnehin
rXaüxq 'funkelnd5 heissen kann, vortrefflich gesagt. IVoaixr]
heisst eine Quelle in Tegea, rAauxq? xgqvq in Korinth (Paus.
II, 3, 6). Das ist in Ordnung. Die Hesiodhandschriften haben
V. 258 von einer anderen Nereide den Namen nouA.'uvöpr]
'weitwaltend5 (Lelirs, Aufs. 120), während dieselbe bei Apol-
lodor (aus einer Hesiodhandschrift) novbm'öi] heisst: eine
Variante, deren Richtigkeit durch die Versumgebung bei
Hesiod verbürgt wird: noukuvöi] te xai Autovoip Auch sonst
erscheint noukuvoFa als Name.

Bei der Artemis Dereatis in Lakonien befand sich Jtr]yf)
fjv 5'Avovov övopd^cnmiv (Paus. III 20, 7). Wegen Hesych A-da]
jtriyrj, Aaxcoveg darf gefragt werden, ob nicht vielmehr vAvoFoa'
'Wasserlos5 gemeint war: eine Bedeutung, wie AeiA|n)ÖQioA’
'Versiegendes Wasser5 (dann Castellname) auf dem Parnes
und 5,AvauQo? 'Wasserlos5 (unten S. 338). Haupt hat auf den
gleichen Lesefehler Acaoiöa<; oxnoc, xa^dva| für ya F<V'd; in der
Inschrift der Kypseloslade bei demselben Pausanias V 1 8, 4
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