Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 336
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E. MAASS

aufmerksam gemacht (Op. III p. 466). In den 'Persern’ haben
Text und Scholien von Xerxes die Worte: xQu°0'v0b0'u Yeve“S
laöfleo? cpdj5. Die Scholien erklären an sich gut jdauGiog Jtobu-
XQvoog; nur heisst xQo°ovopov 'goldverwaltend’, nicht 'gold-
reich’. Das ist ein Unterschied: der dypovopo? cAckerverwal-
ter’ braucht Äcker selbst nicht zu besitzen. Eine andere
Scholienlesart xP^^oyövoi) wird auf die Geburt des Perseus
aus dem Goldregen des Zeus bezogen, Perseus als Ahn des
Perservolkes aufgefasst: äusserst gesucht, für das Aischylos-
drama unmöglich. Das richtige ist xpuoo'voo'u ' goldreich ’1 2 * 4;
jtoÄüxQuoog von Persien und den Persern geht viermal vor-
her bei Aischylos; die schöne Dareiosvase2 zeigt unten den
Xpvoovöou y8v8«^ lordüeos cpcog: ein Satrap nimmt von den
Provinzen Goldtribute in Empfang. MeXivorj, Hades- und
Erdgöttin, ist die honigreiche (eigentlich wol 'die in Honig
schwimmende’). Aeuxovop ist mehrfach bezeugter Name, zu-
nächst mythischer Personen. 'Leuconoe ex Themisto, Hyp-
sei filia’ schreibt Hvgin Fab. 1 57 3; sie ist Tochter Poseidons.
Eine gegen Dionysos trotzige Minyerin dieses Namens er-
scheint bei Ovid4.

Dazu tritt endlich der attische Demos Leukonoe. Milch-
höfer vermochte nicht ihn nachzuweisen. Von den beiden
Grabinschriften 5, die Leuten aus dem Demos gelten, stammt
die eine aus der Umgebung von Chalandri-Phlya, die andere
aus Menidi - Paionidai. Unbeachtet aber blieb bisher in die-
ser Frage die doch durchsichtige Namenbedeutung. Aeuxovorj

1 Nach Paus. II 5, 8 war XPVCOPOH aus Sikyon von Apollon Mutter
des Koronos: XPVCONOH (oder XPVCOPOH) doch wohl, da das Überlieferte
keinen Sinn gibt. Über die ganze Frage vgl. Oesterreich. Jahreshefte 1908,
23 und Kieckers Indog. Forsch. XXIII 1908, 353 ff.

2 A. Z. XV 1857, 49 ff. Taf. CIII.

8 Überflüssig änderte Bursian aus Apollodor I 9, 2 den Namen.

4 Metam. IV 1 68 ff. Roscher machte sie gar zu einer Wahnsinnigen)
weil bei Hesych steht Ä.euxai cpgevai;) pcuvopemi Sp. 1999. Hygin 161 (Toepf-
fer, Attische Genealogie 258) kennt Leukonoe (aus delphischer Tradition?)
als Philammons Mutter.

5 Text zu den Karten von Attika III 7 f.; Demenordnung des Kleis-
thenes 21. Der Ansatz bei Daphni im Aigaleos war nur Vermutung (III 9).
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