Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 338
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E. MAASS

Herse, Pandrosos. Es Hesse sich aber auch ein Anderes den-
ken. Schon Duchesne zog die bithynische Aura aus Nonnos’
Dionysiaka heran, deren Geschichte mit der Verwandlung
in eine Quelle des Sangariosgebietes endet1. Aura ist bei
Nonnos 936 Quelle, und Duchesne durfte nicht von der Luft-
göttin Aura sprechen, eher vermuten2, dass jene römische
Stadtgegend vielleicht ihren Namen nach einem Monument
der bithynischen Quellnymphe Aura trug. Das fragliche
Denkmal mochte irgendwo aus Bithynien, etwa von einer
Quellanlage, nach Rom entführt worden sein. Wir mögen
uns erinnern, dass kurz vor der Schlacht bei Aktion in den
von Cn. Domitius erbauten stadtrömischen Neptuntempel die
bewunderten skopasischen Skulpturen — Achill, Thetis und
Poseidon mit ihrer Meeresbegleitung — wahrscheinlich von
einem bithynischen Tempel aufgestellt worden sind3. Die
Nymphe Hesse sich dann am besten schlafend denken, neben
sich die Jagdwaffen der Jägerin: eine wundervoll geeignete
Brunnenfigur.

Nachgewiesen habe ich bei C. Ruehl, De ventorum no-
minibus (Marburg 1909) 61—aus Hesych sjmi)0ovc] roug xeL_
pappoog JTOTapoG (wie ecpvöpog wasserreich) und dem für Bäche
gebrauchten ävavgoc, wasserlos — culpa als Wasser4. rUr^avpi]
c wasserschlagend’, ra?ia|avpr] rin milchweissem Wasser’ sind
gute alte Nereidennamen (Hesiod Theog. 353). Sodann schil-
dert Nikander Ther. 661 zwei Formen einer salatälmlichen

1 XLVIII 238 ff.; Et. M. p. 276, 28 Aivöupov, mit dem auf Apollonios I
985 bezüglichen Aition des Berges Dindymon.

2 Wegzudenken ist aus Nonnos die Spielerei 892 ff. Dort sagt Aura
verzweifelt: f]SQ0Öev ydpog outog- epöv yövov t)eqi Qipo*- vujxqpeu^Tiv avspoioi
xai oü ß.QrOT8T)v löov eüvi'|v, Augr^g 5’ slg üpevaiov ertcovu^ioi fpardov aügai
xai boyjag syetcoaav epag dbSlvag afjTai.

3 Plinius XXXVI 26. Domitius ging im J. 40 als Legat des Antonius
nach Bithynien, wo er sechs Jahre verblieb. Overbeck, Plastik II 19.

4 Aspis 477 f. von Keyx: toü öe racpov xai ofjp.5 diöeg rcoüioev "Avaugog
öjißgcp ysipsgicp nAr|'0-(ov. Im Epigramm 1089 Kaibel wird ein Denkmal bei
Tibur als geschädigt bezeichnet ujtö aA/riapfjioiv ’Avaügou. Das ist nicht

Reminiscenz an den thessalischen Fluss, eher an die 'Aspis5. Vgl. O. Schnei-
der zu Kallim. III 101 ff. avaugog ist Sommerbach (Schob Apollon I 9), wie
üegivbv üöcog (Babrios 72, 5).
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