Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 340
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E. MAASS

res Wasser hat’? Für die zweite Erklärungsmöglichkeit
nimmt ein, dass nach der Ilias unter einer Platane in Aulis
äyXabv üöooq entspringt (II 307), auch dass durch Smyrna
ayXuöv üöooq leqolo Mekqto^ hindurchfliesst* 1. Aber wir haben
entscheidende Zeugnisse. Nikander lebt in seinen Gedichten
von Glossen. Eine Glosse ist ihm äyXavgoq Theriaka 441, wo
er die funkelnde Giftschlange in den thessalischen Bergwäl-
dern so schildert: f)toi o y’ äylavQoc, pev leiSeron, csie gleicht
einem Bach der äyXaov ü8ooq hat’. Der Vergleich der Schlange
mit dem Wasserlauf und umgekehrt ist häufig in aller Welt:
jiorapcö peiovti eoixcog ist die Schlange dem Hesiod, oirj tcotoc-
poio daoQQO)| eUeitai peya Datipa Apaxcov jtepi x’apqH x’ eaywq
pvQiog (Aratea p. 270)2. 'Die Donau sah ich wie eine silberne
Schlange durch das unendliche blauschwüle Land gehn’
(Eichendorff, Ahnung und Gegenwart III 20). 'Drunten fliesst
der Fluss heimlich wie eine goldene Schlange durch das
Dunkel’ (Eichendorff, Das Marmorbild). Ebenfalls Nikander
beschreibt (62) die am Flussrande feucht wachsende würzige
Minze: csie freut sich der Flüsse mit klarem Wasser’, ayÄaii-
poiaiv dyaÄAopevr| jroxapoioiv3.

Wir sind hinlänglich durch die Sprache gerüstet, das
Aglaurion am Abhange der Akropolis zu beurteilen. 'Wer
könnte sich das Aglaurion ohne Wasser denken’ schrieb
ahnend E. Curtius, Ges. Abhandl. I 403. Dass er Recht hat,
fordert eben die Sprache: ’AyXaÜQiov ist der 'Bezirk der klaren
Quelle’: ein Nympliaeum also, dessen Inhaberin dann wieder
notwendig ’'AyXavQog oder ’AyXauQLg sein muss. Wie diese, als
Quellnymphe auf der Polis xovQotQÖtpoi; der Bevölkerung,
Schwurgöttin zugleich der Epheben ward, begreift sich leicht
(Pollux VIII 105); sie steht im Eide allen Göttern voran.

Was ist SivauQog (Fick-Bechtel 76, vgl. Evr|V£|.ioc; auf Paros von einem Men-
schen, ebenda 60)?

1 Im alten vorhesiodeischen Homer-Epigramm der Herodot-Vita p. 7
West.

2 Die Scholien erklären falsch ayXaoq Tiapirpog p. 36 Schn., ebenso Leo
Meyer, Handb. d. griech. Etymologie I 127.

3 Wieder sagen die Scholien A.apjtQÖg x.a.'Koq. i) xai rolg dy\uaq aupac
(Luft) e'xouaiv.
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