Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 346
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346 W. DÖRPFELD. I. DIE BAUWERKE

Im Jahre 1908 waren die meisten Arbeiter, wie ich schon
vor zwei Jahren kurz berichtete (AM. XXXIII 1908,372), zu-
erst an den östlich vom Gymnasion gelegenen römischen
Thermen und dann zwischen dem Gymnasion und dem Be-
zirke der Demeter und Kore tätig; im Jahre 1909 waren sie
mit der Aufdeckung dieses heiligen Bezirks, seines Vorho-
fes mit Brunnen, seines Propylon, seines Tempels mit Altar
und seiner Stoen beschäftigt. Daneben versuchten wir mit
einer zweiten Gruppe von Arbeitern in den grossen Grab-
hügel einzudringen, der jetzt Jigma-Tepeh heisst. Leider ge-
lang es uns noch nicht, das sicher darin versteckte Königs-
grab zu finden. Ferner wurden von A. Conze kleine Grabun-
gen an der griechischen Festungsmauer der Akropolis und
von P. Schazmann an den römischen Bauwerken der Unter-
stadt vorgenommen. Schliesslich ist noch über kleine Nach-
grabungen an einigen Orten der pergamenischen Landschaft
zu berichten.

Die Geldmittel für alle diese Unternehmungen lieferte
uns die Centraldirection des Archäologischen Institutes aus
den im Reichsetat bewilligten Mitteln; nur für die Unter-
suchung des Jigma-Tepeh wurden sie uns aus den Zinsen
des Iwanoff-Fonds zur Verfügung gestellt.

I. DIE BAUWERKE.

( Hierzu Tafel XV - XXI)

Viele einzelne Bauwerke verschiedener Art und verschie-
dener Zeiten sind in den Jahren 1908 und 1909 untersucht
oder aufgedeckt worden. Wir fassen sie für diesen Bericht
der besseren Übersicht halber in einige Gruppen zusammen,
die hier nacheinander besprochen werden sollen: 1) die öst-
lichen Thermen des oberen Gvmnasions, 2) die Anlagen zwi-
schen dem oberen Gymnasion und dem Demeter-Heiligtum,
3) der heilige Bezirk der Demeter und sein Vorhof, 4) die
römischen Bauwerke der Unterstadt, 5) der Grabhügel Jigma-
Tepeh, 6) einige Orte der Landschaft.
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