Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 350
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350 W. DÖRPFELD. I. DIE BAUWERKE

zum oberen Gymnasion vermuten, ist noch nicht festgestellt,
bei d scheint eine Treppe gewesen zu sein.

Von den zahlreichen Räumen der römischen Anlage
scheint nur der südwestliche Raum 4 als Hof unter freiem
Himmel gelegen zu haben; alle anderen waren überdeckt»
zum Teil mit Gewölben aus Ziegeln. Da mehrere der Säle
weder an den Hof noch an eine Aussenmauer stiessen und
daher kein Licht durch gewöhnliche Fenster erhalten konn-
ten, werden einige durch seitliches Oberlicht beleuchtet wor-
den sein; zu diesem Zwecke musste ihre Decke höher liegen
als die der Nachbarzimmer. Dies gilt auch von den nörd-
lichen Aussensälen 5, 8, 10 und 11, weil ihre Aussenwände
sich gegen den hoch anstehenden Fels lehnen und demnach
keine Fenster erhalten konnten.

Im Hofe 4 scheinen ursprünglich an allen vier Seiten
Säulenhallen gelegen zu haben, von denen die östliche später
durch eine geschlossene Wand ersetzt wurde. Säulen selbst
haben sich aber auf keiner Seite erhalten. Die drei Säle 3, 6
und 7 haben Hypokausten und-waren also zu erwärmen. Im
Raume 1 scheint die Heizung für den ganzen Bau angeord-
net gewesen zu sein. Er ist aber ebenso wie Saal 2 und zum
Teil auch Saal 5 noch nicht ganz ausgeräumt. Im Saal 8
haben sich Reste eines Mosaikbodens erhalten. Saal 9, des-
sen östlicher Teil zwei grosse halbrunde Nischen enthält, hat
in seinem westlichen Teil ein grosses Badebassin. Im Saal 11,
dessen Wände noch hoch aufrecht stehen, sind ausser einer
grossen runden Apsis zwei seitliche mit Halbkreisen über-
wölbte Nischen vorhanden; hier sind auch kleine Reste des
ehemaligen Fussbodens aus Marmorplatten erhalten.

2. DIE ANLAGEN ZWISCHEN DEM OBEREN GYMNASION
UND DEM DEMETER-BEZIRK.

Im Jahre 1907 hatten wir oberhalb der Nordwest-Ecke
des Gymnasions einen ionischen Tempel (R) aufgedeckt,
der offenbar zum Gymnasion gehörte. In unserm vorigen
Berichte (AM. XXXIII 1908, 349) ist er beschrieben und ver-
mutungsweise dem Asklepios zugeschrieben worden. Neue
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