Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 355
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DIE ARBEITEN ZU PERGAMON 1 908 - 1 909

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wurden in den Gräben, die wir zogen, auch noch andere an-
tike Bauwerke entdeckt, doch waren sie schlecht erhalten
und schienen bedeutungslos zu sein.

Die Aussenmauer des Gebäudes Z, die einen spitzen Win-
kel bildet, ist eine Stützmauer mit nur einer regelmässigen
Fassade und besteht aus gut bearbeiteten Trachytquadern.
Sie stammt sicher noch aus der Königszeit. Die Innenmauern
sind dagegen aus unregelmässigen Steinen mit Kalk gebaut
und gehören daher der römischen Epoche an; sie werden an
die Stelle älterer griechischer Mauern getreten sein. Aus rö-
mischer Zeit stammen auch einige Mosaikfussböden, die sich
in den Zimmern noch teilweise erhalten haben. Einen dieser
Fussböden zeigt Abbildung 2 nach einer farbigen Aufnahme
von P. Schazmann. Den Zweck des Gebäudes zu ermitteln, ist
uns nicht gelungen.

3. DER HEILIGE BEZIRK DER DEMETER.

a. Der Vorhof. Wie vor dem Heiligtum der Demeter
in Eleusis ein besonderer Vorhof angeordnet war, in dem
sich ein grosser Laufbrunnen für die kultlichen Waschungen
und ein Heiligtum der Artemis Propylaia befanden, so hatte
auch das Demeter-Heiligtum in Pergamon, dem das alte eleu-
sinische Heiligtum augenscheinlich in manchen Dingen als
Vorbild gedient hat, einen ähnlichen Vorplatz mit einem
grossen Brunnen und einer Opfergrube. Dieser V o r h o f
reichte von dem soeben erwähnten Tor E bis zu dem Propy-
lon der Demeter und wurde durch eine breite Treppe von
fünf Stufen in zwei Teile zerlegt. In der südlichen Hälfte
lag der Brunnen der Demeter (O) und eine Opfergrube (K),
in der nördlichen das Propylon der Demeter (T) und eine zur
Oberstadt führende Treppe (F).

Der Brunnen in Gestalt einer Exedra stammt aus
römischer Zeit, aber seine grossen Quadern, die als äussere
Verkleidung seiner Mauer dienen oder gedient haben, sind,
wie an einigen von ihnen zu erkennen ist, einem älteren Bau
entnommen, vermutlich einem einfacheren griechischen Brun-
nen, der durch das grosse römische Wasserwerk ersetzt wurde.
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