Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 362
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362 W. DÖRPFELD. I. DIE BAUWERKE

Auf jeden Fall lag aber damals das Centrum der Stadt noch
oben auf dem Berge. Die meisten Besucher des Heiligtums
stiegen also zum Bezirk der Demeter hinab. Auf der Treppe
F, die wir kennen lernten, kamen sie damals zum Propylon
herunter und stiegen dann innerhalb des Tores noch weitere
zehn Stufen zum Bezirk hinab. Die ursprünglich sehr ver-
ständige Anordnung ist erst seltsam geworden durch die in
der römischen Zeit erfolgte Verlegung der Stadt vom Berge
in die Ebene. Nun mussten die meisten Besucher hinaufge-
hen. Sie stiegen zunächst bis zum Propylon zu hoch und
mussten daher zum Bezirk selbst wieder etwas hinabgehen.
Die regelmässigen Besucher des Heiligtums werden damals,
um die verlorene Steigung zu vermeiden, wohl meist beque-
mere Nebeneingänge des Heiligtums benutzt haben; einen
von ihnen kennen wir schon aus dem südlichen, tiefer gele-
genen Teile des Vorhofes, andere werden wir später noch im
Untergeschosse der Südstoa kennen lernen.

Wie das Propylon und seine Umgebung jetzt nach der
/Ausgrabung und der Aufrichtung der beiden Säulen aussieht,
veranschaulicht das photographische Bild auf Tafel XVI, ein
Blick von der Höhe, von Nordwesten. Gut zu erkennen sind
die 1 0 Stufen der Treppe D, die vom Innern des Bezirks zu
der Tür E und zu der durch die beiden in die Augen fallen-
den Säulen bezeichneten Vorhalle hinaufführt. Neben den
»Stufen sieht man die Treppenwange B und die beiden neben
der Treppe aufgestellten Altäre (A und C) des L. Kastrikios
Paulos. Links von den zwei Säulen sind die Reste der zur
Oberburg führenden Treppe F sichtbar, seitlich begrenzt von
der griechischen Stützmauer G, die zugleich den Vorhof nach
NO. begrenzt. Im Vordergründe erhebt sich die hoch erhal-
tene Ostmauer des Bezirks mit den beiden Toren H und J,
die wir später kennen lernen werden. Die Fortsetzung der
Ostmauer jenseits des Propylon ist zugleich die Ostmauer der
Südstoa und enthält bei K eine oben erwähnte Tür, durch
die jetzt die Eisenbahn geht. Rechts von K sieht man die
südliche Mauer (L) des Kellers der Südstoa und parallel zu
ihr bei M noch einen Rest des Marmorstylobats, auf dem
einst die nördliche Säulenreihe der Südstoa stand. Im Hin-
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