Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 394
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394 W. DÖRPFELD. I. DIE BAUWERKE

1909 unternommen, nachdem im Jahre vorher A. Conze mit
einigen dieser Herren den Platz schon einmal besucht hatte.
Die zum Teil noch erhaltene Stadtmauer hat sich aufnehmen
und photographieren lassen. Der Plan der Ruinen ist jetzt
von A. Conze veröffentlicht worden (Jahrb. d. Inst. XXV 1910
1 f. und Taf. 1, 2). Der antike Name der Stadt ist Tisna (An-
zeiger des Jahrbuchs 1910, 405).

b. Eine kleine Nachgrabung in der Nähe der Burg
Teuthrania an einem Platze, wo wir früher schon prähi-
storische Topfware gefunden hatten, habe ich im September
1908 mit H. Hepding und P. Schazmann vorgenommen. Die
Lage von Teuthrania, der ursprünglichen Hauptstadt der
unteren Kai'kos-Ebene, war schon in den Athen. Mitt. XII
1 887, 149 von A. Conze nachgewiesen worden (vgl. Thrämer,
Pergamos, 410). Im Jahre 1907 hatten sodann P. Friedländer
und H. Pringsheim auf dem einsamen hohen Berge, der die
Reste der Burg Teuthrania trägt, Ausgrabungen vorgenom-
men und dadurch festgestellt, dass zwei Arten von Mauern,
polygonale und isodome, auf der Spitze und am Abhange
des Berges vorhanden sind. Auf der Spitze liegen diese Mauer-
arten über einander und gehören daher sicher zwei verschie-
denen Perioden an. Die dabei gefundene Topfware gestattete
aber nicht, die Besiedelung für älter zu halten als die Bauten
von Pergamon. Wir mussten daher annehmen, dass die vor-
geschichtliche Stadt Teuthrania nicht hier, sondern auf dem
niedrigen isolierten Hügel etwa einen Kilometer weiter west-
lich gelegen hat, wo jene prähistorischen Vasenscherben Vor-
kommen. Die kleine Grabung, die wir deshalb auf dem jetzt
von einer Windmühle gekrönten Hügel Vornahmen, förderte
einige aus kleinen Steinen bestehende Mauern und zahlreiche
monochrome prähistorische Vasenscherben zu Tage, die zum
Teil im Museum von Pergamon aufbewahrt werden. Eine
Photographie der wichtigsten Scherben (Pergamon 1731) kann
vom Institut in xAthen bezogen werden. Wir konnten ferner
feststellen, dass die prähistorische Stadt sich über das ganze
nach Süden sich anschliessende Plateau ausgedehnt hat. Der
Platz ist vermutlich verlassen worden, als die grossen Über-
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