Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 395
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DIE ARBEITEN ZU PERGAMON 1 908 - 1 909

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schwemmungen, von denen sogleich die Rede sein wird, das
Leben in der Ebene unmöglich gemacht hatten. Damals
wurde der hohe in der Nähe liegende Berg besiedelt und
übernahm mit den Bewohnern auch den alten Namen der
Stadt des Teuthras.

c. In Kaleh-Agi 1 i, der nordöstlich von Dikeli gelege-
nen antiken Stadtruine, die mit Atarneus identifieiert wird
(vgl. Lölling, AM. IV 1 879, 1), hatte ich selbst schon früher
einmal eine kleine Grabung unternommen. Nachdem sodann
im November 1908 A. Conze und P. Schazmann nochmals
einen Tag dort gegraben hatten, wurde im October 1909
durch H. Prinz und G. Rodenwaldt eine etwas grössere Gra-
bung ausgeführt. Es waren bei mir Zweifel entstanden, ob
die Ruinen wirklich der Stadt Atarneus angehören. Daher
galt es, durch Ausgrabungen das Alter der Ansiedelung und
wo möglich auch ihren Namen durch irgend eine Inschrift
festzustellen. Zugleich sollte der von C. Schuchhardt aufge-
nommene Plan der Ruinen vervollständigt werden, der in
in dem ersten Baude des Pergamon-Werkes veröffentlicht
werden wird. Eine Inschrift, die den Namen der Stadt end-
gültig festgestellt hätte, wurde leider nicht gefunden, hinter
der zahlreichen Topfware, die gesammelt wurde, befindet sich
neben den gewöhnlichen griechischen Scherben namentlich
eine hellgraue Vasenart, zum Teil mit eingeritzten Ornamen-
ten, die der Keramik von Troja VI nahe verwandt ist. Es ist
daher nicht unmöglich, dass die Bewohnung des Berges bis
ins II. Jahrtausend hinaufreicht.

d. Auf einigen Ausflügen haben wir sodann die Geo-
graphie der unteren Kaikos-Ebene untersucht, weil
ich ernste Bedenken hege gegen die Richtigkeit des Bildes,
das man sich jetzt von dem Zustande dieser Landschaft im
Altertum macht. Bekanntlich gilt die Beschreibung, die Stra-
bon von dem elai'tischen Golfe, der Halbinsel Kane und den
Ka'fkosmündungen gibt, als irrtümlich. Der im übrigen Klein-
asien so gut unterrichtete und bewanderte Geograph soll hier
starke Irrtümer begangen haben, die namentlich E. Thrämer
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