Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 421
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DIE ARBEITEN ZU PERGAMON 1908-1909

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Gesetz über die Scliulstiftung Attalos’ II. monatlich ausge-
zahlt (ebenda 40).

Während das sXaioxpeiotiov für die Epheben und veoi
Gemeindeangelegenheit war — in Pergamon ist ja der Gym-
nasiarch für aycoyrj und jtaiöeia auch der veoi verantwortlich,
s. z. B. AM. XXXII 1907,31 2 Nr. 34 — handelt es sich bei
den jtQeoßuteQoi um einen nur lose mit dem Gymnasion ver-
bundenen Club, die yepopcua, vgl. AM. XXXII 1907,273 Nr.10
zu Z. 7 und 295, oben S. 410 Z. 1 0 und 412; Brandis bei Pauly-
Wissowa II 1553; Poland, Geschichte des griech. Vereinswe-
sens 98 ff.; auch Wilamowitz, Gott, geh Anz. 1900, 579. Auch
die dA.eupöpevoi ev tcö jiavtjypQixcö yp|tvaoicp, die wir in Pergamon
auch aus OGI. 764 Z. 5 und I. v. P. 463 kennen, werden eine
solche freiere Turn - Organisation sein, vgl. Poland, a. a. O.
103 ff. und Ziebarth, a. a. O. 75 ff. Die für Salböl bestimmten
Summen aus dem Vermögen dieser Vereine wurden also von
dem Gymnasialbeamten mitverwaltet.

Nach AM. XXXIII 1908,396 Nr. 15 und oben S.418 Nr. 9
war dieser Beamte offenbar auf fünf Jahre angestellt. Dazu
passt vorzüglich das, was wir aus einem Ehrendecret aus
Iasos in Karien erfahren (Rev. des et. gr. VI 1 893, 157 ff.):
es handelt sich da um eine Stiftung eines Caninius im Be-
trage von 5000 Denaren elg tö tcöv vecov yppvdoiov, ecp1 * 3 <b f|
xqöooöcx; aotööv aei xcojnjaei xaü’ exaatov eviaptöv eig tö eAaio-
XQeiotiov too extop pr]vos (A, Z. 23-26), dabei wird festgesetzt
B, Z. 19-26): ex tcöv Sexcutgootcov f| elxooangmxcov r| tööv toptou;
opcucov eotcu aiel ejtipeXTjtfji; aptööv exi et7] e', og xapodaßcov
apta eyöavicrei töxop exl p7]vi exdotcp mg tcöv excxtöv SrjvaQicov
äooagimv oregemv 8exa ß', xal töv xat’ eviaptöv yeivöpevov töxov
öcooei aiei toii xapebflovto? eviaptop, f.ir)vl rtpcotco, creßaatrj, tote
SioixtjtaR tcöv vecov xtX. Hier haben wir also einen für 5 Jahre
bestellten Spezial-Verwalter einer Olstiftung; in Pergamon
verwaltete der eine Beamte alle Einkünfte für das Gymna-
sion K Vielleicht trug er auch den Amtstitel empekritTjg, we-

1 Vielleicht darf man die fünfjährigen Amtsperioden damit zusammen-

bringen, dass im Altertum Verpachtung auf fünf Jahre sehr beliebt war:

Liebenam, Städteverwaltung im römischen Kaiserreiche 313.
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