Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 435
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DIE ARBEITEN ZU PERGAMON 1908-1909

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hier 'OjrArjxcöv. Das ist eine der vier alten ionischen Phylen,
die uns für Athen, Delos, Teos, Milet, Kyzikos und einige
pontisclie Colonien bezeugt sind, s. Schömann-Lipsius, Griech.
Altertümer I4 133 und 331 f.; E. Szanto, Ausgewählte Abhand-
lungen 257 ff.; wir werden wohl annehmen müssen, dass
dieser Poseidonios aus Kyzikos stammte und die heimische
Phylenbezeichnung seinem Namen zufügen Hess. Über die
Bedeutung konnte bei den engen Beziehungen, die seit den
Tagen der Königin Apollonis zwischen Pergamon und Kyzi-
kos bestanden, kaum ein Zweifel entstehen. (Die Deutung
von Ki£- in einer anderen Ephebenliste auf Kyzikos ist nicht
sehr ansprechend, AM. XXXII 1907, 425 f.). Ich weiss nicht,
ob es nötig ist, aus dem Vorkommen eines Kyzikeners in
einer pergamenischen Ephebenliste auf einen Isopolitiever-
trag zwischen den beiden Städten zu schliessen, wie dies
A. J. Reinach, Rev. archeol. ser. IV, XII 1909, 109 tut.

In Z. 1 9 ist die Schreibung Eupeveiac; ganz sicher, ebenso
wie oben S. 427 Nr. 1 3 Z. 7; s. dagegen Jacobsthal, AM. XXXIII
1908, 386.

Col. II muss zu einer anderen Liste gehören, da hier stets
auch der Grossvater angeführt ist, vgl. AM. XXXII 1907,450
Nr. 345, 464 f. Nr. 395 - 398 und XXXIII 1 908, 385. In Z. 7 ist
der Eigenname T/vaio? auffällig, eigentlich der Einwohner
von "I^vai; über derartige Ethnika als Einzelnamen s. Fick-
Bechtel, Die griech. Personennamen2 332 ff. In Z. 1 0 war von
dem Steinmetzen in M^voyevov das y vergessen worden, er
hat es dann in das o eingehauen und dieses, wie es scheint,
noch einmal davorgesetzt, doch ist der Stein an der Stelle
gerade verletzt.

Z. 14: Die Überschrift ’Aaö tojicov treffen wir hier zum
ersten Mal; in der Regel stehen ja auch in unseren anderen
Stücken die Eplieben aus den Dörfern und Städten der per-
gamenischen Landschaft am Schluss zusammen; s. o. S. 424
Nr. 11 Col. I, vgl. AM. XXXII 1907, 440 ff; aber manchmal
sind sie auch unter die übrigen mit eingereiht, z. B. AM.
XXXII 1907, 441 Nr. 314.

Leider sind gerade die Ortsnamen, die uns viel wertvoller
wären als die vielen Ephebennamen, wieder nur zum Teil
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