Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 438
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H. HEPDING.

II. DIE INSCHRIFTEN

Wir haben also hier das erste sicher in die Zeit des
Philetairos gehörende Bauwerk in Pergamon gefunden, ein
Heiligtum der Demeter vor der Stadt (über ihre damalige
Grösse s. Cardinali, a. a. O. 7 Anm. 3). Hier am Süd-Abhang
der Burgbergs mag schon eine uralte Kultstätte der klein-
asiatischen Muttergottheit bestanden haben, an deren Stelle
infolge der griechischen Besiedelung allmählich die Deme-
ter getreten war. Die Bedeutung, die noch in der Kaiser-
zeit die kleinasiatische Mior) in diesem Heiligtum hatte (s.
unten S. 444 Nr. 26), scheint mir wenigstens für diese An-
nahme zu sprechen.

Die Errichtung dieses Demeter-Tempels durch Philetai-
ros und Eumenes ürcep rrjg prppöi; Boa; zeigt übrigens, dass
sich die ersten Attaliden ihrer Mutter nicht geschämt haben,
und dass Cardinali (a. a. O. 5) mit Recht vermutet, dass es
Übertreibung und Hofklatsch sei, wenn Karystios berichtet,
dass Boa eine Hetäre und Flötenspielerin war; die Nachricht
über ihre paphlagonische Abkunft scheint dagegen durch
das Fragment B der inschriftlichen Chronik von Pergamon
(I. v. P. 61 3 = OGI. 264) bestätigt zu werden.

Zum Text der Inschrift vgl. die Weihinschrift mehrerer
Söhne vneg tfjg pr|Tpög Arjprppi xai Koprp aus Halikarnass
(Newton, Hist, of discov. at Halicarnassus, Cnidus and Bran-
chidae I Taf. 86, 5) und die Inschrift unten S. 448 Nr. 28.

23. Zwei Orthostaten aus Trachyt von der Ostseite des
grossen Demeter-Altars, gefunden 1909, und zwar b noch in
situ, a in der Nähe; er wurde wieder an die alte Stelle ge-
setzt. Die Platten sind oben und unten mit einem Ablauf ver-
sehen, s. oben S. 375. H. 0,53; a. Br. 1,12, D. 0,31, die 1. obere
Ecke fehlt; b. Br.1,24, D. 0,32. BH. 0,075. Formen wie in Nr. 22.
Taf. XXI (Phot. 1824).

Odetaipoi; xal Eppebpc; comp tfjg pr)i|p]6(; Böag Afjpiijtpi

Der Text ist mit der Weihinschrift des Tempels identisch.
Die senkrechten Striche sollen ein ungefähres Bild von der
Verteilung der Inschrift auf die fünf Platten der Ostseite des
Altars geben.
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