Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 442
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H. HEPDING. II. DIE INSCHRIFTEN

griechischen Sprachgebrauch, dass nun das Paar einfach mit
dem Kultnamen der einen im Plural als ©eopocpÖQoi zusam-
mengefasst wird (Gruppe, a. a. 0. 1 175 Anm. 5). So steht auch
auf einem schon von Humann auf der Demeter-Terrasse ge-
fundenen Altar, I.v. P. 315 (Phot. 1855): Tal? ©eopoqiÖQOK; ’Aqi-
ativog oTQarr]yö<; 'Poopouoov.

25. Gebälk, aus Epistyl und Fries zusammengesetzt, aus
weissem Marmor, vom Pronaon des Demeter-Tempels: H.0,525,

D. 0,59: I. in zwei Stücke gebrochen, a) I. v. P. 291, b) ge-
funden 1909 östlich vom Demeter-Altar, oben 0,53 lang, r. An-
schlussfläche. II. und III. gefunden 1909 beim Demeter-Tem-
pel; II. 1. und r. Anschlussfläche, oben Klammern nach 1. und
r., L. 2,50; III. 1. Anschlussfläche, rechts gebrochen, oben
Klammer nach 1., L. 1,94. BH. auf der oberen Fascie des
Architravs 0,08-0,086, auf der unteren 0,053. Formen: E in
Z.1, E in Z. 2, 1-104). Taf. XX. Phot. 1858-1860. S. oben S. 383.

At'hlit]xql KaQJTOcpÖQtoi xai Af|p,r|Tgo<; Kogrp >l~> KtanjSkoq > 2eiA.iavöc Aioipiop
TCQ'utaveucoV'TÖ rcgövaov xaxaoxevdoac; ex ttöv IStcojv dve'örjxev.

Die Architektur und die Buchstabenformen weisen etwa in
die zweite Hälfte des zweiten Jahrhunderts, die Zeit des Wie-
deraufblühens der griechischen Mysterienkulte (s. z. B. Wend-
land, Zeitschr. f. neutest. Wiss. V 1904, 353). Die Familie des
Stifters, die Claudii Siliani, sind für Pergamon oft bezeugt, s.
Fränkel, I. v. P. II, 207 zu Nr. 269, AM. XXVI11 902, 147 Nr. 21 8
und unten S. 450. Für die genauere Datierung des Baues hat
uns jetzt H. v. Fritze in seiner vorzüglichen Abhandlung 'Die
Münzen von Pergamon’ (aus dem Anhang zu den Abh. der
Berliner Akad. 1910) 87 f. weiter geführt. Auf Münzen des
Pius und der Faustina erscheint nämlich der grosse Altar
des Demeter-Bezirks, und aus dem 'ephemeren Auftreten’ die-
ses Gepräges schliesst er auf eine bauliche Restauration oder
Erweiterung; tatsächlich ist ja, wie Dörpfeld oben S. 3 77 ge-
zeigt hat, der alte Trachytaltar, wahrscheinlich doch gleich-
zeitig mit der Errichtung der marmornen Vorhalle des Tem-
pels, mit einer Marmorverkleidung versehen worden. 'Wenn
wir nun auf Geprägen des xAelius und des Pius einen KA. AI'-
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