Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 444
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H. HEPDING.

II. DIE INSCHRIFTEN

1902, 1 86 und 265 f.; Poland, Gesch. des griech. Vereinswes.
234 f. So feiern denn auch die pergamenischen Hvmnoden
jährliche Mysterien: I. v. P. 374 (Leges Graec. sacr. I 27) B10,
Cs, D10. Es ist daher vielleicht kein Zufall, wenn aus unse-
ren Funden sich ergibt, dass Statuen des Augustus, der älte-
ren Agrippi.na und eines Claudiers im heiligen Bezirk der
Demeter gestanden haben (s. unten).

26. Orthostatplatte aus bläulichem Marmor, gefunden
1909 zwischen dem Demeter-Tempel und dem Altar, unten
mit einem feinen Anlauf versehen, vielleicht zu der späten
Marmorverkleidung des Altars gehörig. Oben, unten, 1. und r.
Anschlussflächen, hinten rauh. Unten ein Dübelloch ziemlich
weit links, ein zweites r. in der Fuge; oben in der Mitte zwei
Dübellöcher, von denen das r. mit Vergusscanal nach vorn
versehen ist, 1. und r. je ein Klammerloch mit Bettungen nach
den seitlich anschliessenden Platten, beim r. Klammerloch
eine Versatzmarke: A. H. 0,565, Br. 0,85, D. 0,24; BH. 0,04.
Phot. 1 855 rechts.

M 1 Z H I

Diese Weihung an die Göttin Mlot] ist bis jetzt das zweite
inschriftliche Zeugnis für diese Gottheit. Das andere befindet
sich nicht sehr weit von Pergamon, in einem mohammedani-
schen Tiirbe beim Friedhof von Samurlu, südlich von Güsel-
Hissar, verbaut; s. AM. VI 1 881, 138: ein kleiner Altar aus
weissem Marmor, unten unvollständig, auf dessen Vorderseite,
über drei Ähren in Relief, die Weihung steht:

’Avülg tepeia
MlGT] KÖQ7] töv
ßoopöv av£-
9t) xe JX

Hier ist sie also der Köpi] gleichgesetzt. Dass sie eine Kore-
ähnliche Gestalt sei, dafür spricht auch die Erwähnung der
xddoSo? 1% Miar^ bei Herondas 151. Ganz anders erscheint
sie im 42. orphischen Hymnos: da ist sie ein Zwitterwesen,
das mit dem ©sapocpÖQog Aiövuaoi; und Iakchos identifieiert wird:
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